Natürliche Käl­te­mittel im Fokus

Über die F-Gas-Verordnung ist in der Kältebranche schon viel gesagt und geschrieben worden – die KKA stellt da keine Ausnahme dar. Dass die Verordnung enorme Auswirkungen auf Planung, Installation und Betrieb von Kälte- und Klimaanlagen haben wird, haben die meisten Akteure mittlerweile wohl begriffen. Zwischen Begreifen und Handeln liegt jedoch mitunter noch ein weiter Weg. Nach wie vor schieben viele Betreiber notwendige Erneuerungen bzw. Anpassungen ihrer Kältetechnik auf die lange Bank und hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommen wird, bzw. dass ihr Kältefachbetrieb schon irgendwie noch das für Reparaturen erforderliche „alte“ Kältemittel auftreiben wird. Dass es spätestens 2018 eng werden wird, darauf weisen die Kältemittel-Hersteller gebetsmühlenartig hin. Und sie machen auch Ernst. So kündigte Anfang April 2017 Honeywell an, dass man den Verkauf der Kältemittel R404A und R507 in der Europäischen Union im Jahr 2018 einstellen will, um die von der F-Gas-Verordnung festgelegten Fristen und Quoten einhalten zu können. Das Unternehmen greift zu dieser Maßnahme, da es aufgrund des Zeitplans der F-Gas-Verordnung von Lieferengpässen bei Produkten mit hohen GWP-Werten ausgeht. Es wird also für alle Betreiber allerhöchste Zeit, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Betreiber vieler Anlagen, die in dieser KKA-Sonderausgabe vorgestellt werden, haben die Zeichen der Zeit erkannt und sie setzen auf natürliche Kältemittel. Im Bereich der Industriekälte ist das bekanntermaßen leichter umzusetzen und natürliche Kältemittel wie Ammoniak sind hier in vielen Fällen auch in der Vergangenheit schon die erste Wahl gewesen und werden es auch künftig sein. Aber die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten von natürlichen Kältemitteln ist beachtlich – und nicht nur auf Ammoniak beschränkt. Das zeigen z.B. die Artikel „R134a/R744-Kaskaden mit Monitoring-System“ auf S. 58 über ein Tiefkühllager, „Go Green mit natürlichen Kältemitteln“ auf S.16 über die Kältezentrale bei einem Bio-Großhändler (mit Ammoniak und Kohlendioxid), „Tiefkälte wirtschaftlich erzeugt“ auf S. 46 über eine Propen-Containeranlage für ein Pharmaunternehmen, „98.000 Liter Wärmeträger im Einsatz“ auf S. 31 über ein Distributionszentrum für Frischeprodukte (indirektes System mit Ammoniak als Kältemittel und „Temper -20“ als Kälteträger), „Abwärme aus industriellen Prozessen abführen“ auf S. 26 über den Einsatz von Wasser als Kältemittel oder der Beitrag „Grüne Kühlung für grüne Ware“ auf S. 36 über eine CO2-Kältemaschine zur Lagerkühlung.

Ich wünsche Ihnen viel fachliche Freude bei der Lektüre dieser Sonderausgabe und entsprechende Inspiration, auch im eigenen Wirkungskreis Projekte mit natürlichen Kältemitteln umzusetzen.

Ihr Christoph Brauneis

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