Neue Kälte für mehr Alt

Luftkühler und Verflüssiger für die Füchschen Brauerei

Für die Füchschen Brauerei in Düsseldorf wurde in einer alten Tiefgarage neueste Brautechnik installiert. Bei der hierfür erforderlichen Kältetechnik kamen u.a. Hochleistungs-Deckenluftkühler zum Einsatz, bei deren Auslegung jedoch die geringe Deckenhöhe beachtet werden musste. Und der Einbau des Verflüssigers stellte die Projektbeteiligten vor logistische und schallschutztechnische Herausforderungen.

Düsseldorf, Altstadt. Häuserreihe an Häuserreihe und Kneipen soweit das Auge reicht. Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt ist die längste Theke der Welt. Mittendrin und direkt am Rhein gelegen: Die Füchschen Brauerei – eine Hausbrauerei mit Ausschank und Tradition. Seit 1848 wird hier im Herzen der Altstadt das Füchschen Alt gebraut, eine regionale Spezialität der Füchschen-Familie, die seit neuestem neben Weizen, alkoholfreiem Alt, Bio-Rhabarber-Schorle und Zitronenlimonade sogar ein Pils vermarktet. Das Familienunternehmen ist damit die erste Düsseldorfer Brauerei, die das untergärige Lieblingsbier (Marktanteil 55 %) der Deutschen braut. Nach einer umfänglichen, einjährigen Erweiterung des Gär- und Lagerkellers wurden Kapazitäten frei. In direkter Nachbarschaft zum Füchschen-Stammhaus wurde eine alte Tiefgarage entkernt, neueste Brautechnik und entsprechende Kältetechnik installiert. Sechs Hochleistungs-Deckenluftkühler von Kelvion versorgen hier die unterschiedlichen Kältezonen für Alt und Co.

Geplant und gebaut hat die Kälteanlage die Birgels Prima Kälte Klima GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Meerbusch. Birgels betreut so gut wie alle Düsseldorfer Altstadt-Brauereien, die allesamt vor derselben Herausforderung stehen: Der Durst nach den Eigenbrau-Bier-Spezialitäten nimmt zu. Die Gär- und Lagerkapazitäten sind allerorts weitestgehend erschöpft. Für bauliche Erweiterungen gibt es in der Altstadt keinen Platz. Die Füchschen-Brauerei hat den Ausstoß in den letzten 22 Jahren von 9500 auf

36.000 Hektoliter gesteigert. Damit waren die Gär- und Lagertankkapazitäten ausgereizt. Schließlich will Bier reifen.

Peter König, Geschäftsführer der Füchschen Brauerei, hatte das Glück, dass nebenan eine ehemalige Tiefgarage leer stand, die zuletzt zur Kegelbahn ausgebaut war – 400 m² in bester Lage. Reichlich Platz, um die Kapazitäten zu verdoppeln, allerdings in der Bauhöhe durch die Statik arg begrenzt. Vorteil: Der Produktionsprozess wurde durch die Bau- und Installationsarbeiten nicht beeinträchtigt, da die alten Gär- und Lagerkeller inklusive der Bestandstechnik unangetastet blieben und vollumfänglich zur Verfügung standen. Nachteil: Die beschränkte Bauhöhe erforderte eine etwas kreativere Lösung bei der Installation der neuen Kältetechnik. Und hier ist Birgels anerkannter Spezialist in der regionalen Düsseldorfer Brauereilandschaft.

Herausforderung auf der warmen Seite des Kälteprozesses

Aufgrund des Platzmangels wanderte der Kelvion-Verflüssiger auf ein Zwischendach und musste an einem Sonntag mit einem Kran über die Hausfassade hinaus herabgelassen werden. Er steht im Freien. „Damit griffen die Vorgaben der Lärmemissionsgrenzwerte der Stadt Düsseldorf, die bei 28 db(A) liegen“, sagt Kälteanlagenbaumeister Friedrich Birgels. Die sechs leisen, drehzahlregulierten EC-Ventilatoren bleiben selbst bei Volllast unter dem Grenzwert. Die drei kompakten Verdichter der Verbundanlage, die mit R134a arbeitet, fanden noch Platz im Maschinenraum.

Herausforderung auf der kalten Seite des Kälteprozesses

Da die Tanks im Lagerkeller entsprechend groß dimensioniert sind, blieb nicht mehr viel Platz für die Luftkühler. Um mit der Erweiterung die größtmögliche Lagerkapazität zu gewinnen, verbaute Birgels daher platzsparende Kelvion-Hochleistungs-Deckenluftkühler vom Typ „DZAE45-F41“, die eine optimale Raumnutzung ermöglichen und gleichmäßig beidseitig ausblasen. So gelangt der Luftstrom bis in die äußersten Winkel des Kühlraums und garantiert kurze Abkühlzeiten, ein homogenes Raumklima und eine gleichmäßige Abkühlung der Produkte.

„Ich installiere ausschließlich Kelvion-Luftkühler der Produktmarke Küba. Das ist ein echtes Premiumprodukt, qualitativ super, bei dem wir noch nie Schwierigkeiten hatten. Daneben stimmt das Preis-Leistungsverhältnis“, sagt Birgels. Auch die Füchschen-Braumeister sind von der Qualität überzeugt. „In unseren alten Gär- und Lagerkellern kühlen Kelvion-Luftkühler seit Jahrzehnten verlässlich und halten die Raumtemperatur konstant. Das überzeugt“, sagt Michael Ruf, stellvertretender Braumeister.

Die Verdampfungstemperatur im Gärkeller liegt bei -10 °C, im Lagerkeller bei -5 °C. Auf Grund der unterschiedlichen Verdampfungstemperatur mussten zwei Saugleitungen verlegt werden. Ist das Bier in den acht Gärtanks gereift, werden sie mit 0 °C kaltem Wasser gekühlt und der Gärprozess so gestoppt. Dafür wird das Wasser durch im Tank liegende Spiralleitungen gepumpt, das Bier so von 26 auf 11 °C heruntergekühlt. Danach wird das Bier in die acht Tanks im Lagerkeller umgepumpt und binnen sieben Tagen auf 2 °C herabgekühlt.

Die sechs im Lagerkeller installierten Deckenluftkühler sind mit dem höchsten Korrosionsschutz ausgestattet. Die Gehäuse sind sendzimierverzinkt und beidseitig schutzlackiert, die Endbleche aus Edelstahl. Die Lamellen sind mit Epoxidharz beschichtet. Die kältemittelführenden Rohre und Kondensatleitungen der Luftkühler sind aus Edelstahl. „Damit beugen wir einer ansonsten möglichen Korrosion vor“, sagt Birgels.

Friedrich Birgels hat sein Unternehmen 1997 gegründet und expandierte relativ schnell. 2001 beschäftigte Birgels bereits 15 Mitarbeiter. Heute arbeiten gut 45 Fachkräfte im Unternehmen. Neben dem Stammsitz in Meerbusch gibt es eine Filiale in Düsseldorf und eine weitere in Frankfurt. Die Birgels Prima Kälte Klima GmbH ist bundesweit aktiv. Zu den Kunden zählen unter anderem namhafte Systemgastronomie-Größen wie McDonald’s, Burger King, KFC, Pizza Hut, Gate Gourmet, LSG Sky und eben die Düsseldorfer Brauerei- und Gastronomieszene.

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