Zurück in die Zukunft

Wie sich die Zeiten doch gleichen. Es liegen zwar 19 Jahre zwischen den Mitgliederversammlungen von BIV (Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks) und VDKF (Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe) aus den Jahren 1998 und 2017, man könnte aber ganze Passagen aus den Nachberichten einfach kopieren. Zitat aus meinem Editorial in der KKA 3/1998: „Die Verbände haben auf ihren Mitgliederversammlungen endlich den lang ersehnten Schritt aufeinander zu getan. Der BIV verlegt seinen Sitz in die Räume des VDKF. Damit ist endlich die Voraussetzung dafür geschaffen worden, dass die Kältebranche in Zukunft mit einer einheitlichen, gestärkten Stimme auftreten kann.“ Wohlgemerkt, der Satz wurde 1998 so formuliert und nicht 2017. Über die Turbulenzen und Querelen in den Folgejahren, die dazu geführt haben, dass sich BIV und VDKF wieder entzweit haben, soll an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gedeckt werden. Es ist jedoch in gewisser Weise frustrierend, dass unsere Branchenverbände zwei Jahrzehnte haben verstreichen lassen, um einen Status quo der Zusammenarbeit zu erreichen, der schon damals als dringend notwendig erachtet wurde.  
Als „Historische Weichenstellung“ bezeichnet nun der VDKF den Umzug des BIV nach Bonn in seiner Mitgliederzeitschrift und die gemeinsame „Bonner Stimme“ solle künftig als gemeinsame Branchenmeinung wahrgenommen werden. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Als „Historische Entscheidung“ wurde der BIV-Umzug zum VDKF aber auch 1998 schon einmal bezeichnet – ohne dass daraus letztlich eine gemeinsame Erfolgsgeschichte wurde. Bleibt zu hoffen, dass BIV und VDKF in der Zukunft nicht noch einmal in alte Verhaltensmuster zurückfallen und anstatt auf Kooperation auf Konfrontation setzen. Es ist auf jeden Fall mehr als erfreulich zu beobachten, wie positiv die Verbandsvertreter sowohl auf der Sach­ebene als auch ganz persönlich miteinander umgehen und dass man noch vor dem eigentlichen Umzug erste Projekte gemeinsam angeht – hier ist z.B. die Entscheidung zu nennen, dass es künftig nur noch einen Branchenvergleich geben wird, der von beiden Verbänden getragen wird. Weiter so! Wir brauchen nämlich eine starke und geeinte „Bonner Stimme“ – heute dringender denn je.  
Vielleicht gelingt es ja auch noch, die große Innung Hessen/Thüringen/Baden-Württemberg wieder an Bord zu holen, die aus dem BIV ausgetreten ist. Dann hätte die Zersplitterung der Verbändelandschaft endlich ein Ende …

… meint Ihr Christoph Brauneis