VBI-Konjunkturumfrage 2018 - Planerkonjunktur nicht mehr ungetrübt

Die im Verband Beratender Ingenieure VBI zusammengeschlossenen unabhängig beratenden und planenden Ingenieure beurteilen ihre wirtschaftliche Situation zu Jahresbeginn so optimistisch wie noch nie. Das geht aus der heute in Berlin vorgestellten VBI-Konjunkturumfrage 2018 hervor. Betrachtet man jedoch die Erträge, kehrt Ernüchterung ein, denn 2017 lag die durchschnittliche Umsatzrendite der Umfrageteilnehmer um drei Prozent unter den Ergebnissen der Vorjahre.

„Ein Grund dieser Entwicklung dürften in vielen Unternehmen Investitionen in die eigenen Mitarbeiter sein“, erläutert VBI-Präsident Dr. Volker Cornelius. Die verstärkte Nachfrage nach Ingenieurleistungen hat die ohnehin angespannte Situation am Arbeitsmarkt für Ingenieure weiter verschärft. Mit den Ingenieurbüros konkurrieren Bauindustrie und Baugewerbe sowie die großen Auftraggeber wie die Bahn AG um den Ingenieurnachwuchs. Nach vielen Jahren des Sparens stelle auch der Öffentliche Dienst – glücklicherweise – wieder Ingenieure ein. „Das hat nicht nur die Einstiegsgehälter für junge Ingenieure spürbar erhöht“, so der VBI-Präsident, „sondern die Kosten für Personal und Mitarbeiterbindung insgesamt.“

Dementsprechend schwierig erweist sich die Personalbeschaffung. Wie in den Vorjahren geben drei Viertel der VBI-Mitglieder (74 %) an, vakante Ingenieurstellen nicht schnell und qualifiziert besetzen zu können.

Die grundsätzlich jedoch positive Grundstimmung in den Ingenieurbüros – 46 % der Umfrageteilnehmer nennen ihre wirtschaftliche Lage sehr gut, weitere 47 % gut – basiert auf der anhaltend guten Nachfrage nach Planungs- und Beratungsleistungen sowie einem soliden aktuellen Auftragsbestand von durchschnittlich neun Monaten. Nach 55 % im Jahr 2016 erzielten im vergangenen Jahr 58 % der Umfrageteilnehmer Umsatzwachstum.

Angesichts des digitalen Wandels der Baubranche hat der VBI seine Mitglieder aktuell auch danach gefragt, was sie von der Einführung digitaler Planungsmethoden (BIM) erwarten. Die meisten (34 %) Umfrageteilnehmer hoffen auf eine verbesserte Kooperation aller Planungsbeteiligten, ein weiteres Viertel (26 %) baut auf sinkende Fehlerquoten, während lediglich 10 % mit Planungsbeschleunigung und nur  4 % mit sinkenden Kosten rechnen.

Beteiligt haben sich an der aktuellen VBI-Befragung 406 Ingenieurbüros. Das entspricht rund 20 % der etwa 2000 Mitgliedsunternehmen.