Die Lebensmittelproduktion durch ein gemeinsames Energiemodell neu gestalten
Im „SmartParc“ in Derby wird Abwärme zu einer wertvollen Ressource
Ein neues Konzept für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion zeigt bereits erste Ergebnisse im „SmartParc“ in Derby, wo Lebensmittelhersteller nicht nur einen Standort, sondern auch Energie gemeinsam nutzen. Gemeinsam mit GEA hat der Standort ein zentrales Heiz- und Kühlsystem implementiert, das seit zwei Jahren erfolgreich in Betrieb ist und Abwärme aus mehreren Lebensmittelbetrieben auffängt und weiterverteilt. Das Ergebnis ist ein gemeinsames Energiesystem, das den Energieverbrauch und die Kosten um bis zu 30 % senkt und den Weg zur Netto-Null-Bilanz bis 2030 unterstützt.
Als Lebensmittelproduktionspark der nächsten Generation konzipiert, vereint „SmartParc“ moderne, zweckgebaute Fabriken an einem einzigen Standort, die durch eine gemeinsame Infrastruktur und ein zentrales Energiezentrum miteinander verbunden sind. Die Mieter profitieren sowohl von den gemeinsam genutzten Einrichtungen als auch vom Zugang zu zurückgewonnener Energie, wodurch eine effizientere und zukunftsfähige Produktionsumgebung entsteht.
Abwärme in wertvolle Ressource verwandeln
Im Mittelpunkt des Konzepts steht ein innovatives Heiz- und Kühlsystem, das in Zusammenarbeit mit GEA realisiert wurde. Anstatt überschüssige Wärme an die Atmosphäre abzugeben, fängt „SmartParc“ sie auf, wertet sie auf und verteilt sie über ein mehr als 11 km langes Fernwärmenetz im gesamten Park.
„,SmartParc‘ betrachtete das Projekt von Anfang an als Nachhaltigkeitsprojekt“, sagt John Burden, Director Project Sales Heating and Refrigeration Solutions bei GEA UK. „Anstatt Wärme an die Umgebung abzugeben, haben wir ein System entwickelt, das sie zurückgewinnt, durch eine Ammoniak-Wärmepumpe aufwertet und an alle Nutzer im Park weiterverteilen kann.“
Dadurch entsteht ein geschlossenes Energiesystem, das Abwärme auffängt und in eine wertvolle Ressource umwandelt. Angeschlossene Unternehmen können je nach Bedarf Wärme oder Kälte aus dem Netz beziehen, unabhängig davon, ob sie die Energie selbst erzeugt haben.
Gemeinsame Infrastruktur, höhere Leistung
Für Phil Lovell, COO von „SmartParc“ Europe, ist dieses gemeinsame Modell ein Meilenstein für eine Branche, die unter Druck steht. „Viele Lebensmittelbetriebe in Großbritannien und Europa sind mehr als 20 Jahre alt“, sagt Lovell. „Sie sind an veraltete Gebäude gebunden, die nicht effizient sind. Durch den Bau moderner Anlagen und die zentrale Energieverwaltung können wir die Kosten deutlich senken und die Nachhaltigkeitsbilanz für unsere Mieter verbessern.“
Der Park liefert derzeit rund 5 MW Kühlleistung und 2,5 MW Heizleistung, wobei sich die Kapazität mit dem Einzug neuer Mieter mehr als verdoppeln wird. Entscheidend ist, dass das System bereits bei einer Auslastung von nur 5 % betrieben werden kann, was auch bei schwankendem, saisonalen Bedarf für Effizienz sorgt.
Das vielleicht auffälligste Ergebnis ist, dass praktisch überhaupt keine Abwärme anfällt. „Wir haben hier keine Abwärme“, sagt Lovell. „Die gesamte Wärme wird wiederverwendet. Für jedes Kilowatt Strom, das wir verbrauchen, erzeugen wir 3 kW Kühlleistung und 4 kW Heizleistung. Das ist der springende Punkt des Systems.“
Ammoniak – die natürliche Wahl für hohe Effizienz
Ein Schlüsselelement des Systems ist die Verwendung von Ammoniak als natürliches Kältemittel. Im Gegensatz zu synthetischen Kältemitteln ist Ammoniak umweltfreundlich und hocheffizient. „Ammoniak hat hervorragende thermodynamische Eigenschaften“, erklärt Burden. „Es ermöglicht uns, sowohl zu kühlen als auch zu heizen und dabei deutlich weniger Energie zu verbrauchen als herkömmliche Systeme. Das unterstützt die Netto-Null-Ziele von ‚SmartParc‘ direkt.“
In der Praxis bewährt, skalierbar für die Zukunft
Das Energiezentrum ist nun seit zwei Jahren erfolgreich in Betrieb und sorgt für niedrigere Energiekosten, reduzierte Emissionen und messbare ESG-Vorteile für die Mieter. Für GEA zeigt das Projekt, wie fortschrittliche Wärmepumpentechnologie und integrierte Technik einen systemischen Wandel in großem Maßstab ermöglichen können.
Da die Lebensmittelindustrie unter zunehmendem Druck steht, dekarbonisiert zu werden und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben, bietet „SmartParc“ ein praktisches, bewährtes Modell: Zusammenarbeit statt Isolation, gemeinsame Infrastruktur statt Doppelung und eine Technik, die auf eine bessere Nutzung von Ressourcen ausgelegt ist. In Derby ist die Zukunft der nachhaltigen Lebensmittelproduktion keine Theorie, sondern bereits Realität.
„SmartParc“ und GEA
Ein englischsprachiges Video und weitere Informationen finden Sie unter: www.t1p.de/KKA4-26SmartParc
