Australische Verkehrssünder

Ladungssicherung ist Fremdwort in „Down Under“

In Deutschland können Kälteanlagenbauer ein Lied davon singen, wie penibel oft der ordnungsgemäße Zustand von gewerblich genutzten Autos und Transportern überprüft wird. Papiere, Zulassungen, Ladungssicherung etc. kommen genau unter die Lupe. In Australien sieht das ganz anders aus, wie Schnappschuss-Fotograf Heiko Pohlmann dokumentieren konnte. Gerätschaften, Rohre und Gasflaschen werden dort auf ganz abenteuerliche Art und Weise gesichert.

Auch im fernen Australien denkt der Kältefachmann Heiko Pohlmann regelmäßig an die Schnappschuss-Rubrik der KKA und er konnte uns schon mehrfach mit seinen Fotos erfreuen bzw. schockieren. „Shocking“, so würden wohl Australier die abgebildeten drei Fotos von Transportern bezeichnen, bzw. auch wiederum nicht, denn es scheint wohl in Down Under niemanden zu stören, wenn Fahrzeuge mit einer gemeingefährlichen Ladungssicherung auf den Straßen unterwegs sind.

Beim ersten Fahrzeug handelt es sich um die motorisierte Variante des mittelalterlichen Lanzenstechens. Ein Stahlrohr wurde so auf dem Fahrzeugdach befestigt, dass es sowohl vor als auch hinter dem Wagen ein gutes Stück in den Verkehr hineinragt – natürlich ohne die bei uns vorgeschriebene rote Flagge als Warnung. Rohre transportieren jedoch viele – nur anhand des Fahrzeugs auf dem Foto lässt sich daher nicht feststellen, ob hier tatsächlich ein Kältemonteur sein Unwesen treibt.

Dies ist allerdings zweifelsfrei der Fall bei dem Dienstwagen eines Handwerkers, den Heiko Pohlmann vor einem Baumarkt entdeckte. Die Gasflaschen sind hier auf offener Ladefläche „fachmännisch“ mit einfachem Klebeband an der Seitenwand befestigt. Sie würden sich wahrscheinlich trotz dieser notdürftigen Befestigung bei einer Vollbremsung genauso schnell selbstständig machen wie die andere Ausrüstung, die gänzlich ohne Sicherung auf der Ladefläche liegt.

Aber selbst professionelle Lieferanten von technischen Gasen ignorieren gängige Sicherheitsvorschriften. Besonders super ist der „Supagas“-Transporter mit seinen zahlreichen Gasflaschen ohne Schutzkappen jedenfalls gewiss nicht unterwegs. Wenn da eine Flasche umfällt und das Ventil abgeschlagen wird, können die Bewohner von Melbourne bei dem hohen Druck in den Gasflaschen nämlich eine Rakete im Stadtgebiet bewundern.

Auch wenn wir hierzulande mitunter über zu viele Kontrollen und Vorschriften meckern, tauschen möchte man mit den Zuständen in Australien dann doch nicht.


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