Flächenoptimierter Technik-
gehäusebau mit V-förmig angeordneten Verflüssigern

Hohe Qualitäts- und Leistungsansprüche optimiert auf minimale Aufstellflächen

Die Kältebranche beschäftigt sich tagtäglich mit den Themen F-Gase Verordnung, Kyoto-Protokoll, Reduktion der Treibhausgase, A2L Kältemittel, natürliche Kältemittel, brennbare Kältemittel, geringe Füllmengen etc. Dabei führt der rege Erfahrungsaustausch mit Kunden immer wieder zu der Erkenntnis, dass der Markt nach kundenindividuell entwickelten Produkten sucht, die zugleich umweltgerecht optimiert sein sollen. Der folgende Kurzbericht beschreibt den Aufbau von Technikgehäusen, die nach Kundenwunsch individuell angepasst werden.

Der Wunsch nach möglichst geringen Kältemittelfüllmengen kann nur durch ein möglichst geringes Rohrvolumen erreicht werden. Somit sind Technikgehäuse mit V-förmig angeordneten Verflüssigern sinnvoll, da sie eine hohe technische Flexibilität in der modularen Bauweise ermöglichen. Von 1,2 bis zu 12 Metern Länge kann je nach Kundenbedarf variiert werden. Weitere Reduktionen der Füllmengen pro Kältekreislauf können durch zusätzliche Kreislaufunterteilungen pro Verflüssigermodul erfolgen. Der Einsatz von EC-Ventilatoren ermöglicht zusätzliche Energieeinsparungen und bringt eine Reduktion von Schallemission mit sich.

Der Aufbau des Gehäuses basiert auf einem stabilen, geschweißten Grundrahmen aus feuerverzinktem Stahlprofil (UNP100 bis UNP160). Der Grundrahmen wird in 3-D geplant und exakt für den Aufbau und die Aufstellung der bauseitigen Komponenten angepasst. Pro Modul (L x B x H 1,2 x 2,4 x 1,0 Meter) bietet jedes Technikgehäuse ausreichend Platz für eine oder mehrere Kälteanlagen. Kälteanlage und Pumpenstation baut der Kunde im Regelfall selbst ein.

Der Boden des Technikgehäuses ist meist geschlossen durch eine Bodenverkleidung aus 3 mm verzinkten Bodenblechen. Die Außenwände bestehen aus verzinkten Blechen, außen pulverbeschichtet im RAL-Wunschfarbton nach Kundenanforderung.

Wahlweise können die Außenwände als Festteile oder als Tür ausgeführt werden. Die festen Außenwände eignen sich für Kabel- und Rohrdurchführungen, Zu- und Abluftöffnungen sowie für die Anbringung von Zu- oder Abluftventilatoren. Türen werden mit Griffen, Scharnieren, Vorreiberverschlüssen und Türfeststellern geplant und ausgerüstet. Alles wird zur kundengerechten Abstimmung in 3D gezeichnet und überprüft.

Die WiBra GmbH verbaut standardmäßig nur energieeffiziente EC-Ventilatoren. Hauptsächlich aus der der Baureihe „ZAplus“ von Ziehl Abegg, die mit optimierter Volldüse, Nachleitrad, Motoraufhängung und Kurzdiffusor für eine ausreichende Luftumwälzung sorgen. Jeder Ventilator fördert ca. 31.000 m³/h Luftvolumen bei 75 Pa Druckverlust. Nenndaten der Ventilatoren: 3~400 V; 1100 1/min; 3,2 kW; 5,2 A. Die EC-Motortechnologie ermöglicht eine Drehzahlsteuerung von 10-100%. Mit einer intelligenten Speicher-Programmierbaren-Steuerung (SPS) wird umwelt- und energiebewusst zum jeweiligen Betriebspunkt eine definierte Drehzahl eingestellt und gefahren.

Weitere Besonderheit des Gehäuses ist das schräg konstruierte Dach. Das Regenwasser wird von der Mitte aus mit einer Neigung von ca. 3° nach rechts und links abgeleitet. Der Schaltschrank und die Frequenzumrichter finden Ihren Platz außen, außerhalb des ATEX Bereiches. Diese sind mit einer großzügigen Wetterschutzhaube überdacht.

Beispiel: technische Daten eines V-Moduls:

Kältemittel R290
QC = 155 kW
TC =47°C, TEnd = 85°C
Aussentemperatur = 35°C
Rohrinhalt = 15,8 Liter
Luftvolumen 62.000 m³/h
Das V-Modul kann in 2 oder 4 Kreise geteilt werden:
zwei Kreise = 77,5 kW und Rohrinhalt von ca. 8 Liter
vier Kreise = 38,7 kW und Rohrinhalt ca. 4 Liter
Je nach Betriebsbedingungen und Wärmeübertragerfläche kann die Leistung erhöht oder reduziert werden.

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