Mietlösung bis -40 °C

Tiefkältecontainer in der Pharmaindustrie

Ein führendes Chemie- und Pharmaunternehmen nutzte zwei Tiefkältecontainer mit einer Kälteleistung von 325 kW je Einheit bei einer Soletemperatur von -24 °C als Mietlösung. Die beiden Hochleistungs-Kältezentralen sorgten während der Umbauarbeiten der Prozesskälteversorgung über einen Mietzeitraum von 52 Wochen für eine reibungslose  und jederzeit zuverlässige Kälteversorgung.

Das Mieten von Kältemaschinen ist nicht nur auf Standard-Kaltwassersätze beschränkt. Mietlösungen sind vielmehr auch bei hochspezialisierten Branchenanwendungen eine effiziente Alternative, insbesondere während neuralgischer Umrüst- oder Umbauphasen der hauseigenen Kälteversorgung. Die acr chiller rent GmbH (www.ac-rent.de) hat sich auf das Vermieten von Sonderlösungen im Großkälte-Bereich spezialisiert. Gerade in der Chemie- und Pharmaindustrie besteht ein überdurchschnittlich hoher Bedarf an Prozesskälte. Da sich die Aggregatszustände von Substanzen und ihrer molekularen Verbindungen je nach Temperaturbereich ändern, ist bei allen Prozessen im Produktionsablauf eine exakte Kühlung bzw. Temperaturregulierung erforderlich. acr chiller rent verfügt neben Großkältezentralen mit Turboverdichtern bis 4,5 MW Kälteleistung je Einheit auch über Tiefkältezentralen bis -40 °C bei Leistungen bis 500 kW, die hierbei bevorzugt zum Einsatz kommen.


Container überbrücken Umbauphase

Ein europaweit führendes Chemie- und Pharmaunternehmen benötigte während der Umbauarbeiten der Kälteversorgung einen temporären Ersatz der Tiefkälteversorgung. Ein Haupteinsatzbereich lag dabei in der Kristallisation, einer weit verbreiteten Trenntechnik der Prozessindustrie. Bei den Kundenanforderungen standen die Betriebssicherheit sowie eine kontinuierliche Verfügbarkeit der Kaltsole durch die Miet-Tiefkältezentralen im Vordergrund. Als Kälteträger wurde ein Gemisch des Solemediums Calciumchlorid (CaCl2) und Wasser (H2O) verwendet. Der aus einer hochwertigen Titanausführung bestehende Plattenverdampfer erzeugte Sole-Ein-/Austrittstemperaturen am Verdampfer von -20/-24 °C. Das Kühlwasser wurde mit einem Temperaturniveau von +25/+30 °C  kundenseitig bereitgestellt. Ein im Container installiertes 2-Wege-Kühlwasser-Regulierventil stellte eine konstante Kühlwasseraustritts- und Kondensationstemperatur sicher.

Die stirnseitig am Container herausgeführten Kälteträger- und Kühlwasseranschlüsse wurden an das kundenseitige Kaltwassernetz angeschlossen. Eine Motorklappe auf der Kälteträgerseite wurde mitgeliefert und angesteuert, um im Stillstand eine Mischtemperatur zu vermeiden. Der mittlere Standard-Schalldruckpegel nach ISO 3744 hätte im Freifeld ca. 81 dB(A) in 5 m Abstand betragen. Durch eine Auskleidung der Container mit schallabsorbierendem Material konnte der Schalldruckpegel auf 69 dB(A) reduziert werden.

Die Regelung der Verdichter-Leistung erfolgte mittels eines hydraulischen Leistungsschiebers über die Verdampfer-Austrittstemperatur, um eine konstante Soletemperatur im Netzverbund gewährleisten zu können. Zur Erhöhung der Betriebssicherheit wurden die Differenzdrücke der Wärmetauscher kontinuierlich überwacht. Im Zusammenhang mit der integrierten Netz- und Leistungsschieber-Kontrolle konnten korrektive Gegenmaßnahmen die Betriebssicherheit der gemieteten Kälteanlage auch in Ausnahmesituationen gewährleisten.


Technische Merkmale


Die Mietkältezentralen sind jeweils mit zwei Einrotor-Schraubenverdichtern ausgestattet. Die Verdichter verfügen werkseitig über ein Steuerungssystem, das eine stufenlose Regelung der Kühlleistung ermöglicht. Jeder der eingesetzten Miet-Container besitzt eine eigene Kälteträgerpumpe mit 41 m Förderhöhe und 82 m3/h Fördervolumen zum Transport der Kaltsole durch den Verdampfer. Die Pumpenansteuerung erfolgt über die Kältemaschine mit Vor- und Nachlaufzeiten.

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