Nationale Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung: Starkes Signal für den Ausbau, schwaches Signal für die Nachhaltigkeit
Ein Kommentar von Philip Grawe, Geschäftsführer bei Prior1 (www.prior1.com): „Es war ein langer Anlauf. Erst am 18. März 2026 verabschiedete die Bundesregierung ihre Nationale Rechenzentrumsstrategie, Monate nach dem ursprünglichen Zeitplan, mitten in einem globalen Wettlauf um Rechenkapazitäten. Das Dokument ist ambitioniert: Die installierten IT-Anschlussleistungen sollen bis 2030 mindestens verdoppelt, die KI-Kapazitäten sogar vervierfacht werden (1). Kein schlechtes Ziel. Doch wer das Papier genau liest, stößt auf eine beunruhigende Asymmetrie: Beim Ausbau ist die Strategie entschlossen. Bei der Nachhaltigkeit laviert sie.
Deutschland hat eine installierte IT-Anschlussleistung von 2.980 MW erreicht. Der Großraum Frankfurt teilt sich mit London die führende Position unter den europäischen Rechenzentrumsmärkten (2). Der Energiebedarf dieser Anlagen lag 2025 bei 21,3 Milliarden kWh, mehr als doppelt so viel wie noch 2010 (2). Bis 2030 könnte er auf 30 bis 60 TWh steigen (3). Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von fünf bis zehn Millionen deutschen Haushalten. Weltweit stieg der Stromverbrauch von Rechenzentren allein 2025 um 17 %, KI-fokussierte Anlagen sogar noch deutlich schneller (4). Diese Zahlen machen klar: Die Frage, wie wir Rechenzentren betreiben, ist keine Nischendebatte. Sie ist eine der zentralen Klimafragen des Jahrzehnts.“ … Lesen Sie weiter unter www.t1p.de/KKA3-26Grawe.
