Sichtbare Elastomer-Dämmung als Gestaltungsprinzip
Offen geführte Gebäudetechnik stellt hohe Anforderungen an Planung, Dämmung und Ausführung
Im Amsterdamer Bürogebäude Rooswijck 5 sind gebäudetechnische Leitungen bewusst sichtbar geführt und prägen die Innenräume gestalterisch. Die offene Installation stellt hohe Anforderungen an Planung, Ausführung und technische Dämmung. Eine Systemlösung aus „ArmaFlex“ Schläuchen und Platten sowie „ArmaFix AF“ Rohrträgern zur Aufhängung der Leitungen gewährleistet eine effiziente Wärmedämmung, zuverlässigen Tauwasserschutz und thermische Entkopplung an den Befestigungen – ohne die visuelle Perfektion zu beeinträchtigen.
Im Süden Amsterdams, am Rand des Geschäftsviertels Zuidas, hat die niederländische Immobilienentwicklungs- und Investmentgesellschaft Kroonenberg Groep ein neues architektonisches Highlight geschaffen: Rooswijck 5. Das von DAMAST Architekten entworfene kompakte zweistöckige Gebäude bietet eine Arbeitsumgebung, die hohe Funktionalität mit einer markanten gestalterischen Identität verbindet.
Das ursprüngliche Gebäude wurde durch einen prägnanten Neubau aus nachhaltigem Brettsperrholz (Cross-Laminated Timber, CLT) ersetzt, der auf dem bestehenden Untergeschoss errichtet wurde. Mit seiner schwarzen Aluminiumverkleidung und den großzügigen raumhohen Fenstern präsentiert sich Rooswijck 5 als zeitgemäßes Bürogebäude, das zugleich Offenheit und Bodenständigkeit ausstrahlt.
Funktion wird Design: Offen geführte Gebäudetechnik als Entwurfskonzept
Anders als in konventionellen Bürogebäuden, in denen technische Anlagen unter abgehängten Decken, in Schächten oder hinter Metallummantelungen verborgen werden, stellt Rooswijck 5 dieses Prinzip auf den Kopf. Hier sind die Versorgungsleitungen vollständig sichtbar. Rohre und Leitungen folgen den Konturen des Raumes, sind bewusst freigelegt und sorgfältig mit schwarzem „ArmaFlex“ gedämmt. Die offen geführten Installationen unterstreichen den ruhigen, haptischen Charakter der Innenräume.
„Indem wir die technischen Installationen bewusst sichtbar gelassen und optisch integriert haben, haben wir eine klare, moderne Ästhetik geschaffen, die unsere langfristige Vision von nachhaltigen und zukunftsfähigen Immobilien unterstützt“, erläutert Bob Knols, Immobilienentwickler bei Kroonenberg Groep und fährt fort: „Die sichtbare schwarze Dämmung ist nicht nur funktional, sondern Teil dieser Atmosphäre. Sie erzählt eine Geschichte von technischer Präzision und Liebe zum Detail.“
Das von dem Bauunternehmen JP van Eesteren errichtete Gebäude besticht durch eine klare, zweckmäßige Ästhetik und der schwarze Elastomerdämmstoff ergänzt die minimalistische Materialpalette aus Holz, Glas und schwarzem Metall perfekt. Rohrleitungen und Luftkanäle verlaufen offen durch die Räume und sind Teil der architektonischen Gestaltung.
Auch aus architektonischer Sicht war die Sichtbarkeit der Technik ein zentraler Bestandteil des Entwurfs, wie Daniel Peters, Architekt bei DAMAST Architects, betont: „Unser Ziel ist es, herausragende Architektur zu schaffen, die Bestand hat. Unser Entwurf für Rooswijck 5 basiert auf Nachhaltigkeit, Klarheit und der Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen. Die Wärme des Holzes und das flutende Tageslicht dominieren den Raum. Mit seiner mattschwarzen Oberfläche wird die Isolierung Teil der Architektur – nicht etwas, das man verstecken muss.“
Technisches Energiekonzept des Gebäudes
Rooswijck 5 überzeugt nicht nur gestalterisch, sondern ist als energieeffizientes Gebäude mit klarer technischer Ausrichtung konzipiert. Der Entwurf umfasst zwei extra hohe Stockwerke mit aufgeständertem Doppelboden auf Stahlstützen, der maximale Flexibilität in der Leitungsführung ermöglicht. Ein mechanisches Belüftungssystem versorgt alle Bereiche mit Frischluft und 4-Rohr-Gebläsekonvektoren ermöglichen eine unabhängige Beheizung und Kühlung auf jeder Ebene. Großzügige Verglasungen sorgen für viel Tageslicht, während 54 Solarmodule auf dem Dach zusätzliche Energie für die Gebäudetechnik liefern.
Die technischen Installationen wurden von Technisch Installatie Buro van Dort B.V. aus Utrecht ausgeführt. Sander van Dort, Projektmanager beim Installationsunternehmen, kommentiert: „Bei der Holzrahmenkonstruktion und den sichtbaren Installationen waren Präzision und Ästhetik entscheidend. Mit dem schwarzen ‚ArmaFlex‘ konnten wir sowohl die technischen als auch die optischen Erwartungen erfüllen. Das Ergebnis ist nicht nur funktional, sondern auch schön.“
Systemlösung für hohe Zuverlässigkeit
Für das Isoliererteam von Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V. war die Gebäudestruktur zugleich Herausforderung und Chance. Neben Wärmeverlusten mussten insbesondere Tauwasserbildung, Feuchteeintrag und Wärmebrücken zuverlässig verhindert werden. Zudem war eine durchgängige optische Qualität über alle Installationen hinweg gefordert.
Da es keine abgehängten Decken gibt, kam es auf jedes Detail an. Rund 1.650 Meter Rohrleitungen und 800 Quadratmeter Kanäle wurden mit „ArmaFlex“ gedämmt. Der geschlossenzellige elastomere Dämmstoff mit integrierter Dampfbremse verhindert dank des hohen Wasserdampfdiffusionswiderstands das Risiko von Tauwasserbildung und gewährleistet mit der geringen Wärmeleitfähigkeit eine dauerhaft hohe Dämmleistung. Um an Befestigungspunkten Wärmebrücken und das Entstehen von Tauwasser zu verhindern, wurde die Rohrisolierung mit passenden „ArmaFix AF“ Rohrträgern kombiniert. Diese thermisch entkoppelnden Bauteile verhindern Wärmebrücken und stellen eine gleichbleibende Dämmschichtdicke im Bereich der Auflager sicher. Die lastabtragende Konstruktion verhindert ein Zusammendrücken des Dämmmaterials und stellt sicher, dass mechanische Belastungen aufgenommen werden, ohne die Dämmwirkung zu beeinträchtigen. Dadurch bleibt die Energieeffizienz auch an konstruktiven Kontaktstellen erhalten.
Die Dämmstärken von Schläuchen und Träger sind aufeinander abgestimmt, sodass eine kontinuierliche Isolationsschicht entsteht.
Isolierhandwerk in Bestform
Die Arbeiten umfassten die Isolierung der technischen Anlagen für Zentralheizung, Kaltwasserleitungen, Kondensatableitungen, Warmluft sowie Zu- und Abluftkanäle in Büros, Schächten, im Technikraum und auf dem Dach. Der Anspruch an die optische Perfektion war ebenso hoch wie an die technische Ausführung. Logos auf der Dämmung sollten nicht sichtbar sein, Nähte auf ein Minimum reduziert werden. „ArmaFlex“ spielte in diesem Projekt eine zentrale Rolle – sowohl aufgrund seiner klaren schwarzen Oberfläche als auch aufgrund seiner einfachen Verarbeitung. Das Material ist flexibel und lässt sich auch in komplexen oder offen geführten Anlageteilen leicht verlegen. Zur Verklebung wurde „ArmaFlex 520“ Kleber eingesetzt. In einem Projekt, in dem die Gebäudetechnik nicht nur sichtbar, sondern integraler Bestandteil des Designs ist, überzeugte „ArmaFlex“ sowohl funktional als auch optisch.
Die Dämmarbeiten dauerten 18 Monate, wobei täglich vier Arbeiter vor Ort waren. Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V. ist ein von Armacell zertifizierter Verarbeitungsbetrieb; die Isolierfachkräfte nehmen regelmäßig an offiziellen Anwendungsschulungen von Armacell teil, um eine fachgerechte Ausführung und die Einhaltung der Verarbeitungsrichtlinien sicherzustellen. Wesley de Klein, Geschäftsführer und Mitinhaber bei Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V., Utrecht ist sichtbar stolz auf dieses Projekt: „Wir setzen bei elastomerer Dämmung ausschließlich auf ‚ArmaFlex‘. Es ist ein bewährtes Produkt, mit dem unsere Mitarbeiter gerne arbeiten. Wir sind stolz auf unseren Beitrag zu Rooswijck 5. Dieses Projekt gab uns die seltene Gelegenheit, die Qualität unserer Arbeit sichtbar zu machen. Unser handwerkliches Können ist hier für alle erkennbar.“
Das Dämmmaterial, die Rohrträger und die Kleber wurden von ISOPARTNER Nederland B.V. mit Sitz in Schiedam geliefert.
Integration der Gebäudetechnik in die Architektur
Rooswijck 5 zeigt, dass technische Gebäudeausrüstung nicht zwangsläufig verborgen werden muss, sondern bei entsprechender Planung und Ausführung zum prägenden Gestaltungselement werden kann. Entscheidend sind dabei die Abstimmung zwischen Architektur, Gebäudetechnik und Dämmkonzept sowie eine hohe Ausführungsqualität. Auch bei sichtbar geführten Installationen lassen sich Energieeffizienz, Bauphysik und Gestaltung konsequent miteinander vereinbaren.
Factbox
Objekt: Bürogebäude Rooswijck 5
Standort: Amsterdam, Niederlande
Bauherr / Projektentwickler: Kroonenberg Groep, Amsterdam
Architektur: DAMAST Architects, Amsterdam
Generalunternehmer: JP van Eesteren, Niederlande
TGA-Planung / Ausführung: Technisch Installatie Buro van Dort B.V., Utrecht
Isolierunternehmen: Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V., Utrecht
Dämmstofflieferant: ISOPARTNER Nederland B.V., Schiedam
Gebäudetechnik: Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Kühlung, unterstützt durch Fernwärme; mechanisches Lüftungssystem; 4-Rohr-Gebläsekonvektoren für zonenweise Klimatisierung; Photovoltaikanlage mit 54 Modulen.
Dämmkonzept: Elastomerer, geschlossenzelliger Dämmstoff mit integrierter Dampfbremse in Kombination mit thermisch entkoppelnden Rohrträgern. Die Systemlösung reduziert Wärmeverluste, verhindert Tauwasserbildung und minimiert Wärmebrücken. Eine durchgängige Dämmschichtdicke wird auch im Bereich der Auflager sichergestellt.
Ausführung: Dämmung von ca. 1.650 m Rohrleitungen und 800 m² Luftkanälen in vollständig sichtbarer Installation mit „ArmaFlex“, minimierte Nähte und verdeckte Logos zur Sicherstellung eines homogenen Erscheinungsbildes. Ausführungsdauer ca. 18 Monate mit durchschnittlich vier Fachkräften vor Ort.
