Bitzer gibt Schraubenverdichter für HFO-Kältemittel frei

Nach einem umfassenden Qualifizierungsprogramm hat der Verdichterspezialist Bitzer (www.bitzer.de) jetzt die Freigabe der HFO-Kältemittel R1234yf und R1234ze(E) für seine Schraubenverdichter-Baureihen "CSH" und "CSW" erteilt. Die beiden Alternativen zu R134a haben ein GWP (Global Warming Potential) von unter 10, das GWP von R134a liegt bei etwa 1400. Ebenfalls für die Baureihen "CSH" und "CSW" freigegeben sind die HFO/HFKW-Gemische R513A und R450A mit einem GWP von jeweils etwa 600. Im Gegensatz zu den reinen HFO-Kältemitteln sind sie nicht brennbar.
 
Die Anforderungen aus der F-Gase-Verordnung 517/2014 der EU stellen auch für Hersteller von Kältemittelverdichtern eine große Herausforderung dar. Um die Ziele des „Phase-Down‟ zu erfüllen, müssen künftig alternative Kältemittel verwendet werden – beispielsweise HFO. Diese Bezeichnung steht für die Fluorverbindung Hydrofluor-Olefin. Volumetrische Kälteleistung und Drucklagen von R1234yf sind vergleichbar mit R134a, mit R1234ze(E) liegen Leistungswerte und Druckniveau etwa 20 bis 25 Prozent niedriger. Bitzer hat die Kältemittel R1234yf und R1234ze(E) aus dieser Gruppe intensiven Tests unterzogen, mit beiden haben die Verdichter in allen Versuchsreihen und Laboruntersuchungen überzeugt. So erreichen die getesteten Verdichter mit R1234yf und R1234ze(E) beim Gütegrad nahezu identische Werte wie mit R134a. Die Messergebnisse beim COP sind, bedingt durch Unterschiede in den thermodynamischen Stoffdaten, teilweise geringfügig niedriger.
 
Die beiden HFOs eignen sich vor allem für Klima- und Normalkühlanwendungen, darüber hinaus auch für Wärmepumpen. Eine gewisse Unsicherheit besteht häufig hinsichtlich der Brennbarkeit. In Sicherheitsdatenblättern wird R1234ze(E) als nicht brennbar deklariert, dies gilt allerdings nur für Transport und Lagerung. Beim Einsatz als Kältemittel gilt eine höhere Bezugstemperatur für Entflammbarkeitstests von 60 °C. Bei dieser Temperatur ist R1234ze(E) brennbar und daher wie R1234yf in Sicherheitsgruppe A2L eingestuft. Deshalb ist für Anlagen mit beiden Kältemitteln eine Gefährdungsbeurteilung nach ATEX-Richtlinie erforderlich – mit möglichen Konsequenzen in der Systemausführung. Bitzer-Verdichter für HFO-Kältemittel erfüllen die betreffenden Anforderungen und müssen deshalb keiner zusätzlichen Bewertung unterzogen werden.
 
HFO/HFKW-Gemische wie R513A und R450A sind hingegen nicht brennbar und deshalb in Sicherheitsgruppe A1 klassifiziert. Für ihre Anwendung genügt eine übliche Gefährdungsbeurteilung nach Maschinenrichtlinie. Allerdings haben die Substitute R513A und R450A ein GWP von etwa 600.
 
Bitzer hat nach Auswertung aller Ergebnisse jetzt die Freigabe der HFO-Kältemittel R1234yf und R1234ze(E) sowie der HFO/HFKW-Gemische für die Kompaktschraubenverdichter der Baureihen "CSH" und "CSW" erteilt. Diese Produkte können mit der Standard-Esterölfüllung (Y-Ausführung) mit HFO-Kältemitteln in den dokumentierten Einsatzbereichen betrieben werden. Detaillierte technische Beschreibungen mit Leistungsdaten und Einsatzgrenzen sind in den Prospekten SP-171-3 (CSH) und SP-172-6 (CSW) aufgeführt. In der Bitzer-Software werden die entsprechenden Daten zeitnah zur Verfügung gestellt.
 

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