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Modell-Campus ringberlin: Rechenzentrumswärme nutzbar machen

Auf dem Modell-Campus ringberlin (www.ringberlin.de) am 29.5.2026 ein zukunftsweisendes Energieprojekt der GASAG Solution Plus (www.gasag-solution.de): In Kooperation mit DATA2HEAT wird ringberlin eines der ersten gewerblichen Quartiere in Berlin, das Abwärme eines direkt benachbarten Rechenzentrums im Marienpark Berlin zur Wärmeversorgung nutzt. Im ersten Umsetzungsschritt wird künftig der entstehende Makerspace in Halle 2 auf dem Modell-Campus ringberlin mit dieser Energie versorgt. Perspektivisch ist die Versorgung des gesamten Quartiers geplant. DATA2HEAT ist eine Kooperation zwischen Investa und GASAG Solution Plus, die Wärme aus den Rechenzentren im Marienpark Berlin zur Wärmeversorgung umliegender Gebäude und Quartiere nutzbar macht.

Bild: GASAG Solution Plus

Bild: GASAG Solution Plus
Mit dem Startschuss Ende Mai setzen der Modell-Campus ringberlin und der Marienpark Berlin ein gemeinsames Zeichen für innovative, nachhaltige Stadtentwicklung und sektorübergreifende Kooperation.

„Die Wärmewende braucht konkrete Projekte, die zeigen, wie innovative Technologien in der Praxis funktionieren. DATA2HEAT ist ein starkes Beispiel dafür, wie bislang ungenutzte Energiepotenziale erschlossen und intelligent in urbane Versorgungssysteme integriert werden können. Berlin braucht solche Lösungen, um unsere Energieversorgung nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähiger zu machen“, hebt Dr. Severin Fischer hervor, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Ein zentraler Baustein des ersten Projektabschnitts ist die Versorgung des entstehenden Makerspace in Halle 2. Auf rund 17.000 m2 entsteht dort der größte Makerspace Europas, ein Ort für Produktion, Entwicklung, Handwerk, Kreativwirtschaft und technologische Innovation. Mit der Versorgung durch Rechenzentrumsabwärme erhält dieser Innovationsstandort von Beginn an eine nachhaltige Energieinfrastruktur.

Kooperation zweier Innovationsstandorte

Das Projekt verbindet mit dem Modell-Campus ringberlin und dem Marienpark Berlin zwei innovative Entwicklungsareale in Berlin und zeigt exemplarisch, wie neue Formen der Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung urbaner Quartiere beitragen können. DATA2HEAT steht damit für eine intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen und einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Transformation von Stadtquartieren.

Hocheffizientes Energiesystem

Datacenter kühlen ihre Server kontinuierlich auf zirka 20 °C. Dabei entsteht Abwärme, die über Wärmeübertrager aus den Kühlprozessen ausgekoppelt und auf ein neues Trägermedium, in der Regel Wasser, übertragen wird. Das so erwärmte Wasser erreicht ein Temperaturniveau von aktuell rund 28 °C und wird anschließend meist über ein Niedertemperaturnetz zu den Gebäuden und Quartieren transportiert, die mit Wärme versorgt werden sollen.

In den Gebäuden selbst oder in zentralen Quartiersanlagen erfolgt mittels Wärmepumpen eine Temperaturanhebung auf das für die Wärmeversorgung erforderliche Niveau. Das erhitzte Wasser wird dabei auf das erforderliche Temperaturniveau (oft rund 50 °C) erhitzt und anschließend über einen Sekundärkreislauf in die Gebäudeversorgung eingespeist. Aufgrund des vergleichsweise hohen Temperaturniveaus der Datacenter-Abwärme arbeiten die Wärmepumpen besonders effizient: Der COP liegt bei etwa 7, was bedeutet, dass aus einer Einheit Strom rund sieben Einheiten Wärme erzeugt, werden können. Das Konzept ist als durchgängiges Gesamtsystem aus Erzeugung, Aufbereitung, Transport und Nutzung konzipiert und verbindet damit digitale Infrastruktur direkt mit einer urbanen, hocheffizienten Energieversorgung.

Die denkmalgeschützte Halle 2 des Modell-Campus ringberlin wird derzeit denkmalgerecht modernisiert und erweitert. Mit unmittelbarem Zugang zu Nahverkehr, E-Mobility-Angeboten und Sharing-Konzepten sollen künftig mehr als 5.000 Menschen möglichst autofrei und umweltfreundlich auf den Campus gelangen können.

Bei einem Investitionsvolumen von mehr als 60 Millionen Euro für den Modell-Campus ringberlin stellt das Land Berlin durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe GRW-Mittel in Höhe von rund 36 Millionen Euro zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur zur Verfügung. Diese kommen unmittelbar der Errichtung der geförderten Teilflächen des Gründerzentrums zugute.

Über ringberlin

Der Modell-Campus ringberlin an der Ringstraße in Berlin-Mariendorf steht im Eigentum der deutschen Schindler-Gruppe, als Teil des weltweit agierenden Aufzugs- und Fahrtreppenkonzerns Schindler. Das in der ehemaligen Fertigungshalle (Halle 2) des Campus-Geländes entstehende Gründerzentrum wird durch die ringberlin Halle 2 Projektgesellschaft mbH im Mehrheitsbesitz der gemeinnützigen Bildung und Kultur Mariendorf gGmbH vermietet. Nach Fertigstellung der Um- und Ausbauten werden hier 17.000 m2 Mietfläche einem General-Untermieter zum Betrieb des Gründerzentrums als Makerspace für innovative kleine Unternehmen, Startups und Gründer überlassen. Vorhabenträger für den gesamten Modell-Campus ringberlin ist die ringberlin Projektentwicklungs-gesellschaft mbH, Projektentwickler ist die KOIMO Development GmbH, Berlin.

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