Bilanzbericht zum Förderprogramm „Klimafreundliche Kälte“ veröffentlicht
15.10.2026
Das Programm „Klimafreundliche Kälte“ ist das einzige Förderprogramm für stationäre Kälte in der Schweiz.
Bild: Valérie Jaquet
Die Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation (KliK, www.klik.ch) veröffentlicht heute ihren ersten Bilanzbericht. Er bilanziert das Förderprogramm „Klimafreundliche Kälte“, von 2015 bis 2025 das einzige Förderprogramm für stationäre Kälte in der Schweiz: 1.797 geförderte Projekte, rund 307.600 Tonnen CO₂ Emissionsverminderungen bis 2030, 174 CHF/t CO₂. Das Programm hat den Umstieg auf natürliche Kältemittel beschleunigt, nicht ausgelöst. Der Bericht benennt auch die Grenzen der Förderung. Kälteanlagen in Handel, Gewerbe und Industrie liefen bei Programmstart überwiegend mit teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW), deren Treibhauspotenzial jenes von CO₂ um ein Vielfaches übersteigt. Das Programm förderte in drei Modulen den vorzeitigen Ersatz von HFKW-Anlagen durch Systeme mit natürlichen Kältemitteln, den Bau von CO₂-Verbundkälteanlagen in kleinen Verkaufsformaten und den Kältemittelwechsel in bestehenden Anlagen. Per 30. Juni 2025 hat die Stiftung die Aufnahme neuer Projekte beendet, weil ab 2030 ein Nachfüllverbot für Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial gilt und gesetzlich Vorgeschriebenes nicht mehr als zusätzlich bescheinigt werden kann.
Als Kompensationsprogramm unterliegt "Klimafreundliche Kälte" dem Massstab von CO₂-Gesetz und CO₂-Verordnung. Es gilt das Prinzip der ergebnisbasierten Finanzierung: An die Kompensationspflicht angerechnet wird nur die nachgewiesene Wirkung. Jede Emissionsverminderung muss zusätzlich sein, wird nach einer festgelegten Methode erhoben, von einer unabhängigen Stelle geprüft und erst danach vom Bundesamt für Umwelt bescheinigt. Die Förderbeiträge zahlte die Stiftung KliK überwiegend nach der Inbetriebnahme der Anlagen aus. Sie finanzierte die Wirkung damit vor und trug das Risiko selbst. Alle drei Module übertrafen die Planwerte ihrer validierten Programmbeschreibungen. Bis und mit Monitoringperiode 2023 sind die Emissionsverminderungen extern verifiziert; 145.570 t CO₂ sind vom Bundesamt für Umwelt bescheinigt. Mit 174 CHF/t inklusive Transaktionskosten liegt das Programm über dem Durchschnitt der Stiftung KliK für nationale Bescheinigungen von 123 CHF; 94 % der eingesetzten 53,6 Mio. CHF. flossen als Förderbeiträge an die Betriebe.
Der Ausstieg aus den HFKW war regulatorisch vorgezeichnet; das Programm hat ihn beschleunigt. Das Modul "Kältemittelwechsel" trug mit über 1.200 Projekten und 248 beteiligten Kältefachfirmen die Umstellung bis ins Kleingewerbe. „Gerade beim Kältemittelersatz bin ich überzeugt: Ohne Programm wäre dort schlicht sehr wenig passiert“, sagt Marco von Wyl vom Schweizerischen Verband für Kältetechnik SVK. Die Investitionsförderung erreichte das Kleingewerbe dagegen kaum. Aus den Befunden leitet der Bericht sechs Empfehlungen für künftige Förderprogramme ab. Sein Fazit: Förderprogramme wirken am stärksten als komplementäres Element eines regulatorischen Gesamtrahmens, nicht als dessen Ersatz. Der Bericht ist der erste einer Serie. Wenn ein Förderprogramm der Stiftung KliK für neue Projekte schliesst, wird Bilanz gezogen.
Bilanzbericht, Zusammenfassung und Kurzfassung stehen hier oder unter www.klik.ch/bilanzberichte als PDF zur Verfügung.
