fleXality liefert ganzheitliche Energieorchestrierung für Polat Dönerproduktion
19.06.2026Die Polat Dönerproduktion GmbH (www.polat-doener.com) aus Mönchengladbach optimiert gemeinsam mit der Bremer fleXality GmbH (www.flexality.de) ihr gesamtes Energiesystem. Mit der KI-basierten Plattform „fEnOMS“ werden BHKWs, Kälteanlagen, Wärmespeicher und Energieverbräuche standortweit koordiniert und wirtschaftlich aufeinander abgestimmt. Dadurch konnten bereits Energiekosteneinsparungen von rund 12 % sowie CO2-Einsparungen von etwa 10 % erzielt werden.
Volatile Energiepreise und Unsicherheiten auf Rohstoff- und Strommärkten stellen industrielle Produktionsstandorte zunehmend vor neue Herausforderungen. Energie wird damit nicht nur zum Kostenfaktor, sondern auch zu einem strategischen Resilienz- und Standortthema.
Bild: Polat / fleXality
Polat reagiert auf diese Entwicklung und nutzt seit September 2025 „fEnOMS“ sukzessive zur intelligenten Steuerung seiner Energieinfrastruktur. In der finalen Ausbaustufe wurde die Plattform um die wirtschaftliche Steuerung der BHKWs sowie die Optimierung des Zusammenspiels von Strom-, Gas-, Kälte- und Wärmeströmen erweitert. Mittels Künstlicher Intelligenz hilft die Lösung von fleXality, Strom möglichst nur in Niedrigpreis-Phasen zu beziehen. Über einen Algorithmus werden die Kühlprozesse so gesteuert, dass Kälteanlagen in Hochpreis-Phasen kurzzeitig gedrosselt und in Niedrigpreis-Phasen mit höherer Leistung gefahren werden. Die thermische Masse der Tiefkühllager dient dabei als Flexibilitätsspeicher im Energiesystem. Gleichzeitig optimiert die Plattform den Betrieb der BHKWs unter Berücksichtigung von Energiepreisen, Wärmespeichern, Lastprognosen und technischen Randbedingungen, um Strom und Wärme möglichst wirtschaftlich bereitzustellen. Nach der vollständigen Implementierung bei Polat erreicht die Energiekosteneinsparung bereits Tageshöchstwerte von 35 % und bis zu 56 % bei einzelnen Assets wie dem BHKW.
Industrielle Flexibilität sichert energieintensive Produktion gegen Volatilität
„Unsere Produktion betreibt mehr als 20 Kühl- und Tiefkühlräume, darunter Schockkühlung für fertige Dönerspieße. Die Energieinfrastruktur umfasst eine installierte Leistung von rund 1,2 MW sowie energieintensive Kühl- und Tiefkühlprozesse mit einem jährlichen Energiebedarf im Gigawattstundenbereich. Aufgrund volatiler Energiepreise beschäftigen wir uns bereits seit Jahren intensiv mit der wirtschaftlichen Steuerung unserer Energieverbräuche. Mit der Lösung von fleXality lassen sich bestehende Energieanlagen deutlich flexibler nutzen, Strom und Gas wirtschaftlicher kombinieren und unsere Energieversorgung ist robuster gegenüber Preisschwankungen aufgestellt“, erläutert Christian Peterkes, Betriebsleiter der Polat Dönerproduktion GmbH.
„Industrielle Energiesysteme werden zunehmend von Preisvolatilität, neuen Tarifmodellen, Netzentgelten und regulatorischen Anforderungen geprägt.“, erklärt Dyke Wilke, Geschäftsführer der fleXality GmbH. „Viele Unternehmen verfügen bereits über erhebliche Flexibilität in ihren Anlagen, können diese jedoch wirtschaftlich kaum nutzen. Mit ‚fEnOMS‘ führen wir technische, wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen in einem gemeinsamen Optimierungsmodell zusammen. Das Projekt bei Polat zeigt, welches Potenzial bereits heute in bestehenden Energieinfrastrukturen steckt“.
Das Projekt bei Polat zeigt exemplarisch, wie sich industrielle Energiesysteme ISO-50001-konform von isoliert betriebenen Einzelanlagen zu wirtschaftlich orchestrierten Gesamtsystemen entwickeln. Je stärker Preisvolatilität, Netzentgelte, Tarifmodelle und regulatorische Anforderungen zunehmen, desto wichtiger wird die koordinierte Steuerung vorhandener Energieassets. Energieflexibilität wird damit zu einer strategischen Ressource für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz.
