Bundesleistungswettbewerb 2011: Sachsen macht das Rennen

Knifflige Aufgabe für leistungsstarke Teilnehmer

Vom 07. bis 11. November 2011 führte der Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV) in der Norddeutschen Kältefachschule in Springe (NKF) wieder den Bundesleistungswettbewerb (BLW) im Kälteanlagenbauerhandwerk durch. Die Teilnehmer lagen leistungsmäßig eng beieinander, dennoch setzten sich Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg durch.

Nach dem BLW im Rahmen der Chillventa 2010 reisten Anfang November 2011 neun junge Männer nach Springe. Am Dienstag, 08. November, startete der Wettbewerb mit der Aufgabenstellung durch Prüfer und NKF-Dozent Kai Prüß: Für einen Tag der offenen Tür sollten die Teilnehmer eine Anlage fertigen, die dem Nicht-Fachpublikum einen Einblick in die Arbeit der Mechatroniker für Kältetechnik gibt. Damit die Besucher sich nicht in Supermarkt- oder Industrieanlagen hineindenken mussten, sollte eine Wärmepumpe auf Latentspeicherbasis gebaut werden. Dazu sollte in einem Behälter über einen Rohrschlangenverdampfer Wasser abgekühlt und zu Eis gefroren werden. Die­se latente Wärme sollte in einem offenen Heizsystem über einen Wärmetauscher (HE 0.5) einem Glattrohrwärmetauscher einer Fußbodenheizung zugeführt werden, von wo das Wasser in den „Kessel“ zurückfließen sollte. Des Weiteren sollte die Anlage über einen Sole-Luft-Wärmetauscher in der Lage sein einen Serverraum zu klimatisieren. Für diesen Zweck wurde die Sole aus einem Vorratsbehälter mittels einer Kaltwasserpumpe durch einen zweiten Rohrschlangenwärmetauscher im Eisbecken gepumpt.
Alle Teilnehmer sowie die Prüfer neben Kai Prüß, David Kretschmer, Stefan Plücker und Bodo Ahlers zeigten sich begeistert von der anspruchsvollen sowie „kniffligen und fordernden Aufgabe“, wie Prüfling Marco Weber betont. „Die Teilnehmer haben es uns mit der Auswertung und Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Platzierungen wurden nur mit geringen Unterschieden vergeben“, so Prüfungsvorsitzender David Kretschmer. Auch NKF-Schulleiter Stephan Hofmann unterstreicht den positiven Eindruck und hebt den Ehrgeiz der jungen Menschen hervor, der inspiriere und ansporne. Er zeigte jedoch auch Unverständnis und Bedauern darüber, dass ein motivierter potentieller Teilnehmer seitens seines Arbeitgebers nicht freigestellt wurde, um am Wettbewerb teilzunehmen.
Im Gespräch mit den Prüfern wurde zudem ein weiteres Mal deutlich, dass sich die Nachwuchssuche schwierig gestaltet und das Berufsbild des Mechatronikers für Kältetechnik, trotz des alltäglichen Gebrauchs und der selbstverständlichen Nutzung, nach wie vor zu wenig bekannt ist.
Nach Ablauf der parallel veranstalteten Obermeistertagung in Hameln kamen die Obermeister in die NKF und begutachteten vor der Siegerehrung noch einmal die Prüfstücke.

„Alle Teilnehmer sind bereits Sieger“

Heribert Baumeister, erster stellvertretender Bundesinnungsmeister und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BIV, verlieh im Rahmen der Siegerehrung zunächst Paul Woste, Ehrenobermeister der Innung Dortmund, die goldene Ehrennadel des Kälteanlagenbauerhandwerks. Im Anschluss dankte er den Prüfern und eröffnete die Rede mit der Aussage, dass alle Prüflinge bereits Sieger seien. Alle Teilnehmer erhielten eine Urkunde und weitere Geschenke, wie Werkzeug und Taschenlampe, die Plätze eins bis drei erhielten zudem einen Scheck, ein Fachzeitschriften-Jahres-Abo, einen 50 €-Gutschein des VDE-Verlages, einen Pokal, eine Medaille sowie eine Flasche Sekt. Platz drei belegte Kai Radvan von der Stulz GmbH in Hamburg (HwK Hamburg); er erhielt einen Scheck in Höhe von 100 €. Auf den zweiten Platz, mit einem Scheck über 150 €, gelangte Richard Förster von der ONI Wärmetrafo GmbH in Lindlar (HwK Münster). Sieger des diesjährigen Bundesleistungswettbewerbs ist Markus Dietrich von der TT-Service GmbH in Roch­litz (HwK Leipzig). Markus Dietrich erhielt neben einem Scheck über 250 € zudem einen Bildungsgutschein. Die drei Sieger zeigten sich sichtlich erfreut und bewegt über ihre Auszeichnungen. Karsten Beermann, Geschäftsführer der IKKE gGmbH und verantwortlicher Experte für die WorldSkills und EuroSkills, betonte im Gespräch, dass sich der Bundessieger, entsprechend der Altersgrenzen, grundsätzlich für die Europameisterschaft qualifiziere. Die EuroSkills finden 2012 auf dem Formel-1-Gelände im Belgischen Spa statt. Der im kommenden Jahr wieder auf der Chillventa gekürte Bundessieger qualifiziert sich entsprechend für die World­Skills, die 2013 in Leipzig stattfinden werden.
Die diesjährigen Teilnehmer des Bundesleistungswettbewerbes zeigten sich, ebenso wie die Prüfer, geschlossen begeistert von der Organisation und Durchführung in Springe.

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