Klimaschonend kühlen auch in kleinen Märkten

Nachhaltigkeit nicht nur bei den Produkten, sondern auch bei der Technik

Umwelt- und Klimaschutz gewinnen in allen Lebensbereichen immer mehr an Bedeutung. Das Interesse der Verbraucher:innen an biologisch erzeugten Nahrungsmitteln wächst kontinuierlich. Umso wichtiger ist es deshalb, dass frische Bioprodukte auch nachhaltig gekühlt werden. Welche Möglichkeiten haben kleine Geschäfte und Biomärkte, ihr Sortiment ansprechend und umweltschonend zu präsentieren?

Wer frische, nachhaltig produzierte Lebensmittel anbietet, sollte auch einen Blick in die Kühlmöbel werfen, in denen er diese zum Kauf anbietet. Veraltete, ineffiziente Möbel und Kälteanlagen stehen im Widerspruch zum ökologischen Anspruch. Eine umwelt- und klimaschonende Kühlung ist kein Hexenwerk, oft bedarf es lediglich einer fachkundigen Beratung.

Da mithilfe der F-Gas-Verordnung europaweit der Einsatz von Fluorkohlenwasserstoffen (FKW) bis 2030 um 80 Prozent gesenkt werden soll, sind in den vergangenen Jahren bereits die Preise für die Kältemittel in die Höhe geklettert, die ein hohes Treibhauspotential (Global Warming Potential = GWP) besitzen. Die betroffenen FKW sollen schrittweise vom Markt verschwinden. Andere Kältemittel wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid (CO2) und Propan haben einen sehr niedrigen GWP-Wert von 1 beziehungsweise 3 und werden als natürliche Kältemittel bezeichnet. Sie sind derzeit in der Lebensmittelkühlung das Maß aller Dinge. Während CO2 in Verbundkälteanlagen zum Einsatz kommt, findet sich Propan häufig in steckerfertigen Kühlmöbeln. Auf diese Weise lassen sich bereits heute alle Kühlmöbel mit einem natürlichen Kältemittel betreiben und Marktbetreiber bekommen eine nachhaltige und klimaschonende Lösung an die Hand.

Der Markt als Gesamtsystem

Was jedoch noch vor der Wahl der richtigen Kühlmöbel steht, ist die Betrachtung des Marktes als Gesamtsystem: Welche Systeme – von Heizung über Klimatisierung und Kühlung bis hin zu Belüftung und Beleuchtung – werden eingebunden und können sinnvoll integriert werden? Welche Energieflüsse gibt es? Ist die Einbindung eines Wärmerückgewinnungssystems sinnvoll? Da die Bedingungen vor Ort von vielen Parametern abhängen und sehr individuell sind, lässt sich keine pauschale Aussage treffen, welche Kältelösung für welchen Markt die beste und nachhaltigste ist.

Vorteile von steckerfertigen Möbeln

Wer für einen Verkaufsraum wenige kleine Kühlmöbel benötigt, fährt mit steckerfertigen Möbeln sehr gut. Aus technischer Sicht spricht der geringe Installationsaufwand für diese Lösung. Als Plug-and-Play-Lösung sind sie schnell betriebsbereit und punkten mit dem natürlichen Kältemittel Propan auch in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. Anders als bei Kühlmöbeln, die an eine zentrale Kälteanlage angeschlossen werden müssen, braucht man für die steckerfertige Variante weder einen Maschinenraum noch ein Außengerät, über das die Abwärme nach draußen abgegeben wird. Damit kommt aber auch schon ein Nachteil dieser Kühlmöbelart ins Spiel: Da die entstehende Abwärme nicht aus dem Gebäude nach außen geführt wird, verbleibt sie im Markt. Bei sehr kleinen Verkaufsräumen kann das zu einer starken Wärmeentwicklung führen. Um dem entgegenzuwirken, ist eine entsprechende Lüftung und Klimatisierung notwendig. In der kalten Jahreszeit trägt die Abwärme direkt zur Heizung des Gebäudes bei.

Günstig und flexibel

Steckerfertige Kühlmöbel sind auch deshalb sinnvoll, weil sie sowohl günstig in der Anschaffung als auch einfach zu warten sind. Zudem erlauben sie Einzelhändler:innen recht viel Flexibilität, weil sie je nach Bedarf schnell und unkompliziert von einer Stelle an eine andere bewegt werden können. Für größere Kühlmöbelstrecken sind jedoch weiterhin Remote-Kühlmöbel mit externer Kältetechnik sinnvoll. Durch eine Verbundkälteanlage entstehen Synergien im Betrieb der Anlage und die Abwärme lässt sich besser an zentraler Stelle nutzen. Da bei brennbaren Kältemitteln wie Propan die Füllmenge je Kreislauf in steckerfertigen Möbeln begrenzt ist, wirkt sich das entweder auf die Baugröße des Kühlmöbels aus oder es müssen mehrere Kältekreisläufe in ein Möbel eingebaut werden.

Integralmöbel mit Rückkühleinheit

Für Marktbetreiber, die auch auf kleiner Fläche ein großes Warensortiment anbieten möchten, gibt es seit einiger Zeit einen neuen Kühlmöbeltyp von Epta, die sogenannten Integralmöbel. Die Kältemaschine ist bei ihnen schon integriert und die Abwärme wird über einen Wasserkreislauf nach außen geführt. Im Außenbereich des Gebäudes wird ein Rückkühler betrieben, der ähnlich wie ein Verflüssiger aus Kupferrohren mit Aluminiumlamellen besteht und mit einem oder mehreren Lüftern versehen ist. Der Rückkühler kann mit einer angebauten Pumpenstation als fertige Einheit geliefert werden. Da darin keine Kompressoren verbaut sind, ist die Außeneinheit extrem schwingungsarm und leise. Erfolgt die Aufstellung im Freien, wird dem Wasser ein Frost- und Korrosionsschutzmittel beigemischt.

Das Beste aus zwei Welten

Ursprünglich als Remote-Möbel zum Anschluss an eine zentrale Kälteanlage entwickelt, vereinen Integralmöbel nun die Vorteile dieser und der steckerfertigen Kühlmöbel in sich: Aufgrund des integrierten Kälteaggregats bedarf es keines Maschinenraums, dadurch sind die Integralmöbel schnell installiert und betriebsbereit. Die Geräuschentwicklung ist geringer als bei den steckerfertigen Versionen und die Bauweise mit Wasserkreislauf ermöglicht es, auch große Kühlmöbel einzusetzen. Eine sehr gute Lösung für Marktbetreiber, die ein großes Produktsortiment auf kleiner Fläche anbieten und gleichzeitig mit natürlichem Kältemittel kühlen wollen.

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