Überhitzung und Unterkühlung

Praktische Tipps und schnell umsetzbare Lösungen

Haben Sie sich jemals mit einer schwierigen Reparatur herumgeschlagen oder viel zu viel Zeit damit verbracht, ein Systemproblem zu lösen? Das kennen wir alle. Die Blog-Reihe von Fieldpiece enthält praktische Ratschläge, intelligente Lösungen und praktische Tipps, die Sie sofort anwenden können, um Probleme schneller zu lösen und effizienter zu arbeiten. Keine überflüssigen Informationen – nur das, was Ihnen vor Ort wirklich weiterhilft.

Was ist Überhitzung?

Überhitzung ist die Temperatur des Kältemitteldampfes über seinem Siedepunkt, die sicherstellt, dass das Kältemittel in seiner dampfförmigen Form bleibt, wenn es in den Verdichter des Kältekreislaufs eintritt. Die Überhitzung kann manuell wie folgt berechnet werden:

Echtzeit-Saugleitungstemperatur - Siedepunkt des Kältemittels = Überhitzung

Diese Messung wird an der Saugleitung in der Nähe des Verdichters vorgenommen.

Was ist Unterkühlung?

Unterkühlung ist die Temperatur des Kältemittels unterhalb seiner Sättigungstemperatur (Siedepunkt). Während die Überhitzung im Verdampfer stattfindet, erfolgt die Unterkühlung im Verflüssiger. Die Unterkühlung stellt sicher, dass das Kältemittel vollständig flüssig ist, bevor es in das Expansionsventil gelangt, um eine effiziente Kühlung zu gewährleisten. Die Unterkühlung kann manuell wie folgt berechnet werden:

Siedepunkt des Kältemittels - Temperatur der Flüssigkeitsleitung = Unterkühlung

Diese Messung wird an der Flüssigkeitsleitung in der Nähe des Verflüssigers oder des Außengeräts vorgenommen.

Ursachen für zu hohe Überhitzung

Zu geringe Kältemittelmenge im System.

Falsch eingestelltes Expansionsventil (TEV/EEV).

Schlechter Wärmeübergang im Verdampfer, z. B. durch verschmutzte Lamellen oder blockierte Luftwege.

Luft und Fremdgase im System.

Was geschieht ohne angemessene Überhitzung?

Wenn die Überhitzungswerte in einem Kältekreislauf außerhalb ihres normalen Betriebsbereichs liegen, können mehrere Probleme auftreten:

Verdichterschäden: Eine zu hohe Überhitzung kann dazu führen, dass das Kältemittel als überhitzter Dampf in den Verdichter gelangt, was die Belastung erhöht und die Lebensdauer des Verdichters verringert.

Unzureichende Heistung: Eine zu geringe Überhitzung kann dazu führen, dass flüssiges Kältemittel aus dem Verdampfer austritt und in den Verdichter gelangt, was nicht nur die Heizleistung beeinträchtigt, sondern auch zu Schäden am Verdichter durch Flüssigkeitsschlag führen kann.

Verringerte Kühlleistung: Ist die Überhitzung zu hoch, kann das Kältemittel vor Erreichen des Verdampfers übermäßig verdampfen, was zu ineffizienten Betrieb und einer verminderten Kühlleistung führt.

Maßnahmen bei zu hoher ­Überhitzung

Korrekte Kältemittelmenge prüfen.

Lecksuche durchführen.

Verdampfer reinigen und Luftstrom sicherstellen.

Expansionsventil prüfen/einstellen.

System spülen und evakuieren, um Fremdgase und Feuchtigkeit zu entfernen.

Was geschieht ohne ordnungsgemäße Unterkühlung?

Wenn die Unterkühlungswerte in einem Kältekreislauf außerhalb ihres normalen Betriebsbereichs liegen, kann dieses Problem auftreten:

Ineffiziente Kühlung: Eine unzureichende Unterkühlung reduziert die Menge an flüssigem Kältemittel, die dem Dosiergerät (z. B. einem elektronischen Expansionsventil, weitere Informationen zu dieser Komponente finden Sie im vorherigen Beitrag in der KKA 6/2025) zur Verfügung steht. Dies kann die Kühlleistung des Systems beeinträchtigen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Verständnis und die genaue Messung von Überhitzung und Unterkühlung unerlässlich sind. Diese Messwerte liefern wertvolle Erkenntnisse über die Systemleistung und helfen, Probleme schnell zu diagnostizieren, Schäden an Geräten zu vermeiden und die maximale Effizienz aufrechtzuerhalten.

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