Wohnraumlüftung der Zukunft
Nachhaltige Lösungen für bessere Indoor Air Quality
Wer auf eine Wohnraumlüftungsanlage setzt, sorgt schon mit dieser Entscheidung für eine bessere Raumluft als es mit einer manuellen Lüftung möglich ist. Mindestens ebenso wichtig ist es allerdings, die Parameter der tatsächlichen Luftqualität, der Indoor Air Quality (IAQ) zu erfassen. Das sorgt nicht nur für bessere Luft und damit einhergehend mehr Gesundheit und Wohlbefinden, sondern kann auch für Privathaushalte weiteres Einsparpotenzial bei Lüftungsanlagen eröffnen und im Sinne der Nachhaltigkeit ökonomische und ökologische Vorteile ausspielen.
Ziel jeder Wohnraumlüftung ist es, ausreichend Frischluft in die Innenräume von Gebäuden zu leiten und die verbrauchte Luft nach draußen zu fördern. Die klassische Methode, für diese Luftzirkulation zu sorgen, ist manuelles Lüften mit geöffneten Fenstern. Die Nachteile liegen auf der Hand: Es wird entweder zu kurz oder zu lange gelüftet oder sogar ganz vergessen. Dadurch entweicht im Winter Heizenergie oder im Sommer kühle Innenluft nach draußen. Besonders in Feuchträumen wie Bädern kann durch falsches Lüften Schimmelbildung oder die Vermehrung von Krankheitserregern die Folge sein. Nicht nur bei hochwärmegedämmten Neubauten, dichten Fenstern und Gebäudehüllen ist eine automatisierte, bedarfsgerechte Belüftung mit Wohnraumlüftungsanlagen daher essenziell für ein gesundes Raumklima (Bild 1).
Besser (be)lüften mit Indoor Air Quality
Wer Innenräume belüftet, beeinflusst automatisch die Qualität der Innenraumluft. Indoor Air Quality (IAQ) beschäftigt sich damit, die Faktoren, die eine gesunde Luft gewährleisten, zu messen, zu überwachen und zu verbessern. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem die Anzahl der anwesenden Personen, Möbel, Teppiche oder sogar technische Geräte. Daraus ergeben sich messbare Indikatoren wie CO2-, Feinstaub- oder Feuchtigkeitsgehalt in der Luft. Wer diese Werte mit Sensoren misst und überwacht, kann beim Luftaustausch entsprechend nachsteuern und erreicht somit ein effizientes und gesundheitsförderndes Belüftungsmanagement (Bild 2).
Wohnraumlüftung und IAQ gehören zusammen
Bei der Raumluft von Wohngebäuden kommen Ziele und Methoden der Wohnraumlüftung und der IAQ somit zusammen und sollten bei der Planung einer Wohnraumlüftungsanlage allumfassend bedacht werden. Denn zum einen ist IAQ ein entscheidender Faktor für Gesundheit, Produktivität und Wohlbefinden und sollte daher nicht als zweitrangig betrachtet werden. Zum anderen gilt: Ohne IAQ werden gegebenenfalls wichtige Faktoren wie Schadstoffe außer Acht gelassen und somit weiteres Potenzial für die Optimierung der Luftqualität übersehen.
Nachhaltigkeit im Blick: Vorteile für Privathaushalte
Gerade für Privathaushalte bieten Wohnraumlüftung und IAQ innovative Ansätze und Vorteile, auch im Hinblick auf das große Schlagwort Nachhaltigkeit. Privathaushalte unterliegen zwar anderen gesetzlichen Vorgaben und gesellschaftlichen Anforderungen als Industrie und Gewerbe – dennoch beschäftigen sich viele Menschen in der aktuellen Zeit mit umweltfreundlichen Technologien und möchten selbst einen Beitrag leisten. Mit effizienten Wohnraumlüftungsanlagen und mitgedachter Indoor Air Quality ergeben sich sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile für private Haushalte. Neben langfristigen Kosteneinsparungen bei Heizung und Kühlung gehört dazu unter anderem auch die Reduzierung der CO2-Emissionen. Von der verbesserten Raumluft profitieren natürlich die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses. Mit frischer, schadstofffreier Luft werden Gesundheit und Wohlbefinden gefördert und die Produktivität, zum Beispiel im Homeoffice, gesteigert.
Herzstück effizienter Wohnraumlüftungsanlagen sind Ventilatoren. Sie sorgen für den Luftaustausch und sind dabei möglichst effizient, leistungsstark und leise. ebm-papst bietet für die spezifischen Einsatzfälle – von zentralen bis dezentralen Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung – die passenden
Produktlösungen.
Kompakte Radialventilatoren für die zentrale Wohnraumlüftung
Bei der zentralen Wohnraumlüftung steuert ein Gerät die Zu- und Abluft über Rohrleitungssysteme in relevanten Räumen des Wohngebäudes. Vorteil einer zentralen Einheit ist die effektive Realisierung der Wärmerückgewinnung und Luftfilterung. Mit der zentralen Steuerung ist außerdem eine über das gesamte Gebäude gleichmäßig regulierte Luftverteilung und -optimierung möglich. An Ventilatoren werden in solchen Systemen hohe Anforderungen gestellt: ein niedriger Energieverbrauch bei gleichzeitig hohen Volumenströmen, möglichst kompakte Einbaumaße und eine niedrige Geräuschentwicklung.
Effizienz in der zweiten Generation
Der „RadiCal“ bewährt sich schon seit über zehn Jahren beim Einsatz in zentralen Wohnraumlüftungsgeräten. Sein Nachfolger in der zweiten Generation bietet deutliche Vorteile im Vergleich zur Vorgängerbaureihe. Zu den aerodynamischen Optimierungen gehören unter anderem die „verwundene“ Schaufelgeometrie und die komplett überarbeitete Gehäusebox mit schräg angestellten Streben. Im Vergleich zum „RadiCal 1“ weist der „RadiCal 2“ beispielsweise in der Baugröße 190 einen um 9 % höheren Spitzenwirkungsgrad auf. Zudem ist der maximale Volumenstrom pro Baugröße wesentlich höher (Bild 3). Auch die Geräuschentwicklung wurde deutlich verbessert und liegt je nach Betriebspunkt um bis zu 3 dB (A) niedriger. Durch das neue „FlowGrid“ und die überarbeiteten EC-Motoren können zusätzlich noch weitere Geräuschvorteile im Lüftungsgerät erzielt werden. Die Steuerung und Überwachung ist über
0…10 V/PWM oder optional auch per Modbus-RTU möglich. Zudem ist der „RadiCal 2“ für unterschiedliche Einbausituationen geeignet – es gibt ihn als motorisiertes Laufrad, als Radialmodul mit einbaufertigem Gehäuse oder mit Tragspinne.
„RadiCal“ im Spiralgehäuse mit intelligenten Features
Bei den „RadiCal“ Radialventilatoren im Spiralgehäuse benötigen Anwender keine eigene Luftführung – der runde Ausblas wird mit den Luftkanälen des Lüftungsgeräts verbunden. Das im Ausblas des Spiralgehäuse positionierte Flügelradanemometer ermöglicht eine selbstständige Regelung für konstanten Volumenstrom. Dadurch eignet er sich für eine intelligente Lüftung, welche einen vordefinierten Luftaustausch im Wohnraum sicherstellt. Das Flügelradanemometer ist in vier Baugrößen als einzelner Messaufnehmer für den Einbau in ein Lüftungssystem erhältlich.
Mit dem integrierten Flügelradanemometer fungiert der „RadiCal“ nicht nur als leistungsstarker Ventilator, sondern auch als smarter Sensor („Fan as a Sensor“). In Verbindung mit einer entsprechenden Steuerung und Software kann er den Verschmutzungsgrad der Filter in einer Wohnraumbelüftung präzise überwachen und rechtzeitig eine Warnmeldung zum Filtertausch ausgeben. Dies stellt nicht nur eine gute Luftqualität sicher, sondern ermöglicht auch weitere Energieeinsparungen. Gleichzeitig können zusätzliche Kosten für weitere Drucksensoren im Lüftungssystem entfallen. Gegenüber baugleichen Trommelläufer-Ventilatoren hat der „RadiCal“ im Spiralgehäuse einen 34 % höheren Wirkungsgrad und ist dabei bis zu 3,5 dB (A) leiser. Besonders geeignet für Wohnraumlüftungsanlagen machen den „RadiCal“ im Spiralgehäuse die bereits integrierten Feuchtigkeits- und Temperatursensoren – ein weiterer Schritt in Richtung einer messbaren Luftqualität (Bild 4).
Ventilatoren für die dezentrale Wohnraumlüftung
Dezentrale Wohnraumlüftungsgeräte kommen traditionell eher bei Bestandsgebäuden zum Einsatz, in denen die Verlegung der Luftkanäle kompliziert und aufwendig wäre. Doch auch in Neubauten gewinnen sie immer mehr an Bedeutung, da sie ein hohes Maß an Flexibilität und Kontrolle ermöglichen: Je nach Bedarf können in den Räumen unterschiedliche Lösungen verbaut und einzeln angesteuert werden (bedarfsgerechte Lüftung). Bei der dezentralen Wohnraumlüftung kommen beispielsweise Push-Pull-Belüftungssysteme zum Einsatz (Bild 5). Dabei wird für eine definierte Zeit verbrauchte Luft durch einen Kanal nach draußen befördert (Push) und anschließend für dieselbe Zeit frische Luft hinein (Pull). Kommt zudem ein Wärmeübertrager zum Einsatz, speichert dieser im Push-Betrieb die Wärme und gibt sie im Pull-Betrieb an die frisch einströmende Luft ab. Auch der Einbau eines Filters zur Reinigung der Luft ist möglich.
Perfekt für den Push-Pull-Betrieb
Um einen Push-Pull-Betrieb zu realisieren, muss der in der Wohnraumlüftungsanlage verbaute Ventilator reversibel sein und auch bei wechselnder Windlast in beide Drehrichtungen stets einen gleichbleibenden Volumenstrom liefern. Der „AxiRev“ ist speziell dafür konzipiert, seine Druck-/Volumenstrom-Kennlinie verläuft sehr steil und zeigt somit eine von der Wetterlage unabhängige Leistung an. Das Flügeldesign des „AxiRev“ ist patentiert und sorgt mit den Schaufelspitzen und Öffnungen an den Flügelenden für nur minimale Geräuschemissionen. Zudem ist seine psychoakustische Gesamtqualität – also wie angenehm das Geräusch empfunden wird – sehr harmonisch, auch beim Umschalten zwischen den Drehrichtungen. (Bild 6)
Die Vorteile einer Wohnraumlüftungsanlage sind also gerade für Privathaushalte vielzählig. Sowohl ökonomisch, durch Kosteinsparungen, als auch ökologisch, durch einen verringerten Energieverbrauch und reduzierte CO2-Emissionen. Zudem gewinnen die Bewohnerinnen und Bewohner selbst messbar: bei Gesundheit, Produktivität und Wohlbefinden.
