Zeotrope Kältemittel

Kältemittel-Tipps für Praktiker (Teil 1)

Beginnend mit dieser Ausgabe veröffentlicht die KKA eine sechsteilige Serie, die sich mit dem richtigen Umgang mit Kältemitteln beschäftigt. Die Bandbreite der Themen geht von zeotropen Kältemitteln, über Kältemittelflaschen bis zur Bedeutung der Kältemittelkurzzeichen. Die Artikel-Serie wurde von der Westfalen AG in Münster ausgearbeitet.



Was sind zeotrope Kältemittel?

Zeotrope Kältemittel unterscheiden sich von Einstoff-Kältemitteln (wie zum Beispiel R-134a) insbesondere durch folgende Eigenschaften:

bei zeotropen Gemischen ist die Zusammensetzung von Dampfphase und Flüssigkeitsphase unterschiedlich,

bei konstantem Druck erfolgt der Phasenübergang zeotroper Gemische über einen Temperaturbereich, den so genannten “Gleit“.

 

Was ist beim Umgang mit zeotropen Kältemitteln zu beachten?

Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung von Dampf- und Flüssigkeitsphase sollten zeotrope Kältemittel grundsätzlich flüssig aus der Druckgasflasche entnommen werden. Dadurch ist gewährleistet, dass das Kältemittelgemisch den festgelegten Spezifikationen entspricht.

 

Wie erfolgt die Anlagenauslegung für zeotrope Kältemittel?

Die Anlagenauslegung für zeotrope Kältemittel unterscheidet sich nur geringfügig von den Vorgaben für Einstoff-Kältemittel. Zu berücksichtigen ist jedoch der Gleit: Bei konstantem Druck steigt hierbei die Temperatur vom Verdampfereintritt bis zum Verdampferausgang kontinuierlich an, im Verflüssiger sinkt die Temperatur ab. Für die Auslegung der Anlage sollten deshalb die mittlere Verdampfungstemperatur (Mittelwert zwischen Verdampfereintritts­temperatur und Temperatur am Taupunkt) und die mittlere Verflüssigungstemperatur (Mittelwert zwischen den Temperaturen am Taupunkt und am Blasenpunkt) zugrunde gelegt werden.

 

Was ist zu tun bei Leckagen?

Leckagen sind in aller Regel unproblematisch: Nach Lecks wird die Anlage wie gewohnt aufgefüllt. Abgesehen von der Flüssigentnahme erfordern zeotrope Kältemittel somit keine andere Arbeitsweise als Einstoff-Kältemittel. Bedenken hinsichtlich möglicher Veränderungen in der Zusammensetzung gibt es nicht. Bei Anlagen mit Kapillarrohreinspritzung muss die vom Hersteller vorgegebene Füllmenge exakt eingehalten werden. In diesem Fall empfehlen wir die Restentleerung und Neubefüllung nach Herstellervorgaben.

 

Wie wird die Überhitzung eingestellt?

Für die Überhitzungseinstellung ist bei allen zeotropen Kältemitteln die Temperatur am Taupunkt maßgebend.


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