Robuste Kältetechnik-Exporte trotz schwieriger Rahmenbedingungen
19.10.2026Die Kältetechnik in Deutschland ist mit einem Exportvolumen von 3,5 Milliarden Euro und einem Plus von 6 % stark ins Jahr 2026 gestartet. Zum Abschluss der Chillventa 2026 zieht der VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik (www.vdma.org/allgemeine-lufttechnik)eine Bilanz der aktuellen Branchenlage. Die Gespräche auf der Weltleitmesse für Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Wärmepumpentechnik zeigten einerseits widerstandsfähige Märkte und eine anhaltende Nachfrage nach energieeffizienten Technologien. Andererseits belasten regulatorische Unsicherheiten, fehlende Planungssicherheit und der internationale Wettbewerbsdruck die Unternehmen.
Im VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik sind rund 300 Unternehmen organisiert. Sie repräsentieren die Bereiche Kälte- und Wärmepumpentechnik, Klima- und Lüftungstechnik, Luftreinhaltung, Oberflächentechnik sowie Trocknungstechnik.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche bleibt hoch
Erfreulich entwickelte sich zuletzt das Exportgeschäft der Kältetechnik. Die Exporte aus Deutschland erreichten 2025 einen Wert von rund 3,5 Milliarden Euro und lagen damit 5 % über dem Vorjahresniveau. Rund 73 % der Ausfuhren gingen nach Europa. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 legten die Exporte gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nochmals um 6 % zu. „Energieeffiziente Lösungen für Industrie und Gebäude werden weiterhin stark nachgefragt. Unsere Unternehmen verfügen über innovative Technologien und sind international wettbewerbsfähig“, sagt Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik.
Wettbewerbsfähigkeit durch praxistaugliche Regulierung sichern
Robert Hild, Geschäftsführer im VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik.
Bild: VDMA
Zu den größten Herausforderungen zählen laut der Unternehmen die europäische F-Gase-Verordnung, das laufende PFAS-Beschränkungsverfahren sowie eine insgesamt wachsende Regulierungsdichte. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit in wichtigen Kundenbranchen.
Entscheidend ist, dass politische Ziele, technische Möglichkeiten und Umsetzungsfristen zusammenpassen. Wichtig ist daher eine Regulierung, die stärker an technischer Machbarkeit und Praxistauglichkeit ausgerichtet ist. Erforderlich sind realistische Übergangsfristen, belastbare Übergangslösungen und technologieoffene Vorgaben. Nicht für jede Anwendung stehen bereits heute gleichwertige Alternativen zur Verfügung. Gleichzeitig müssen bürokratische Doppelstrukturen abgebaut und Investitionen in Deutschland und Europa erleichtert werden. Der VDMA unterstützt seine Mitgliedsunternehmen bei der Umsetzung komplexer Regelwerke, bündelt die technische Expertise der Branche und bringt diese in politische Verfahren, Normung und technische Regelsetzung ein. Darüber hinaus engagiert sich der Verband in der Gemeinschaftsforschung sowie in der Fachkräftegewinnung.
"Die Gespräche auf der Chillventa haben gezeigt, dass die Branche über die notwendigen Technologien für Energieeffizienz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit verfügt. Damit diese Potenziale ausgeschöpft werden können, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger bürokratische Komplexität und langfristige Investitionssicherheit notwendig", so Robert Hild.
