Wenn regionale Leistungsdaten nicht passen
23.02.2026Europa erstreckt sich über sehr unterschiedliche Klimazonen – von Athen bis Oslo variieren die saisonalen Temperaturen erheblich. Die Leistungsfähigkeit von Rückkühlern hängt jedoch maßgeblich von den jeweiligen Aufstellbedingungen ab. Für Planung, Auslegung und Installation in der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik sind daher präzise, auf die jeweilige Klimaregion abgestimmte Leistungsdaten unerlässlich. Fehlen verifizierte und regionalspezifische Angaben, kann es zu deutlichen Abweichungen zwischen erwarteter und tatsächlicher Anlagenleistung kommen. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an CO₂-Reduktion, den Einsatz von Kältemitteln mit niedrigem GWP sowie volatiler Energiemärkte gewinnen belastbare Leistungsdaten weiter an Bedeutung.
Bild: Eurovent Certification
Ein neues Whitepaper mit dem Titel „Beyond the brochure: Exposing the reality of refrigeration product underperformance“ („Jenseits der Broschüre: Die Realität unzureichender Leistung von Kälteprodukten erkennen“) greift diese Problematik auf. Darin werden aktuelle Untersuchungsergebnisse zu Gaskühlern vorgestellt. Die Analyse zeigt, dass die Wärmeabfuhrleistung in Mittel- und Nordeuropa um bis zu 53 % unter den deklarierten Werten liegen kann, in warmen Klimazonen um bis zu 37 %. Herausgeber ist die unabhängige Produktzertifizierungsstelle Eurovent Certification (www.eurovent-certification.com). Die Veröffentlichung unterstreicht die Bedeutung unabhängiger Prüfungen und transparenter, klimazonenspezifischer Leistungsdaten für Fachbetriebe im europäischen Wärmeübertragersektor.
Übersicht über das Whitepaper
Das Whitepaper beleuchtet zentrale Herausforderungen und Entwicklungen in der Kälte- und Klimatechnik. Behandelt werden unter anderem die Leistungsfähigkeit und Nutzung von Kältemitteln, die zunehmende Verbreitung natürlicher Kältemittel sowie die Rolle unabhängiger Drittzertifizierungen. Zudem werden die Folgen ungenauer Leistungsangaben thematisiert, einschließlich möglicher Risiken durch Greenwashing.
Im Mittelpunkt steht eine Testkampagne mit nicht zertifizierten CO₂-Gaskühlern. Ziel war es, Abweichungen zwischen Herstellerangaben und gemessener Leistung zu identifizieren und die Genauigkeit der von Eurovent Certification verwendeten Korrekturfaktoren zur Vorhersage der Leistung in unterschiedlichen Klimazonen zu bewerten.
Darüber hinaus untersucht die Studie anhand von Simulationen die Auswirkungen leistungsschwacher Rückkühler auf HFKW- und CO₂-Kälteanlagen. Analysiert werden Energieverbrauch, Betriebskosten und CO₂-Emissionen. Abschließend gibt das Whitepaper einen Überblick über die Produktleistungszertifizierung und deren Bedeutung für Transparenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen im Markt.
Die Bedeutung genauer Daten
Eurovent Certification empfiehlt Entscheidern, Leistungsdaten nicht ungeprüft zu übernehmen, sondern auf unabhängige Verifizierung und regionale Anpassung zu achten.
Sylvain Courtey, Präsident von Eurovent Certification, erklärt: „Dieses Whitepaper sendet eine klare Botschaft an die Branche. Wenn Leistungsdaten weder unabhängig verifiziert noch an unterschiedliche Regionen angepasst sind, können die Folgen weit über das einzelne Produkt hinausgehen. Energiekosten steigen, Emissionen nehmen zu und die Betriebssicherheit ganzer Systeme kann beeinträchtigt werden. Zertifizierung dient dazu, den Markt vor diesen Risiken zu schützen. Die Studie zeigt, wie wichtig verlässliche Daten für eine nachhaltige und vertrauenswürdige Kältebranche sind.“
Das Whitepaper enthält die vollständigen Ergebnisse der Testkampagne sowie der Systemsimulationen und steht in mehreren Sprachen kostenlos unter www.eurovent-certification.com zum Download bereit.
