Deutsche Meisterschaft des Kälteanlagenbauerhandwerks 2025

Bundesleistungswettbewerb sendet starkes Signal in die Branche

Jedes Jahr von August bis Dezember finden die Deutschen Meisterschaften im Handwerk (German Craft Skills) statt. In über 130 Gewerken messen sich dann in bis zu vier aufeinander aufbauenden Wettbewerbsebenen die besten Absolventinnen und Absolventen einer beruflichen Ausbildung. Vom 11. bis 13. November 2025 richtete der Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV) im Informationszentrum für Kälte-, Klima- und Energietechnik (IKKE) in Duisburg die Deutsche Meisterschaft im Kälteanlagenbauerhandwerk aus.

Bei dem Leistungswettbewerb der Kälteanlagenbauer stellten sich die besten Nachwuchskräfte aus Deutschland einer anspruchsvollen, praxisnahen Aufgabe, die mechanisches Geschick, elektrotechnisches Verständnis und ein hohes Maß an Sicherheitsbewusstsein verlangte. 2025 traten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern an, entsandt durch ihre jeweiligen Handwerkskammern und Ausbildungsbetriebe. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die Montage und Inbetriebnahme einer kompletten Tiefkühlanlage mit dem natürlichen, brennbaren Kältemittel Propan (R290). Diese Wahl betonte die zunehmende Bedeutung natürlicher Kältemittel für die Branche und machte das sicherheitsbewusste Arbeiten zu einem zentralen Bewertungskriterium. Die Teilnehmer mussten jederzeit nach den geltenden Sicherheitsvorschriften und mit besonderer Umsicht im Umgang mit brennbaren Stoffen agieren.

Ein technisch anspruchsvoller Schwerpunkt der Aufgabe war die Fertigung eines Flüssigkeitsabscheiders aus mehreren, schwer kombinierbaren Werkstoffen. Der obere Deckel bestand aus Messing mit 5/8“-Anschlussstutzen aus Edelstahl, wie auch der untere Deckel, während die innere Verrohrung aus Kupfer gefertigt war. Diese Bauteile mussten von Hand exakt positioniert und mit verschiedenen Hartloten sicher verbunden werden. Die Beherrschung von Materialübergängen und Löttechniken auf höchstem Niveau war hierbei unerlässlich und zeigte, wie souverän der Nachwuchs mit modernen Anforderungen im Kälteanlagenbau umzugehen weiß.

Ergänzt wurde die mechanische Aufgabe durch einen umfangreichen elektrotechnischen Teil. Die jungen Gesellen mussten die gesamte elektrische Steuerung nach Schaltplan verdrahten, sämtliche Sensoren und Aktoren anschließen sowie sicherheitsrelevante Komponenten fachgerecht integrieren. Hinzu kam die Parametrierung mehrerer elektronischer Regler, darunter sowohl der Regler des elektronischen Einspritzventils als auch der Kühlstellenregler. Diese Aufgaben spiegelten eindrucksvoll wider, wie tief die digitale Regeltechnik inzwischen im Berufsbild verankert ist.

Beim Bundesleistungswettbewerb 2025 hat sich Lukas-Fabian Kilb von der Firma Kühn Kälte Klima aus Hofheim in Hessen den 1. Platz gesichert - und ist damit Deutscher Meister im Kälteanlagenbauerhandwerk. Den zweiten Platz errang Felix Ziegler von der Firma Kraft Cool aus Roth in Bayern. Die dritten Plätze belegten: Jonas Milte (Baden-Württemberg), Maximilian Rötzsch (Brandenburg), Robert Preuß (Hamburg), Tom Ulbrich (Niedersachsen), Marcel Maerevoet (Nordrhein-Westfalen), Luca Kolling-Wunderlich (Rheinland-Pfalz), Alexander Schmahl (Sachsen) und Laurent Göbel (Thüringen).

Der Wettbewerb bot den Teilnehmern nicht nur die Möglichkeit, ihr Können vor einer fachkundigen Jury zu demonstrieren, sondern auch wertvolle Einblicke und Erfahrung für ihren weiteren beruflichen Weg zu sammeln. Gleichzeitig war die Meisterschaft ein starkes Signal für die gesamte Branche: Die Qualität der Ausbildung im Kälteanlagenbauerhandwerk ist hoch, und der Nachwuchs verfügt über die Fähigkeiten, den zukünftigen Herausforderungen der Kälte- und Klimatechnik kompetent zu begegnen. Am Ende des Wettbewerbs dankte Bundesinnungsmeister Björn Sielaff allen beteiligten Landesinnungen, Partnerfirmen, Ausbildern und Sponsoren. Ein besonderer Dank galt der IKKE gGmbH, die mit ihrer modernen Ausbildungsumgebung optimale Rahmenbedingungen geschaffen
hatte.

Infokasten:

EuroSkills

Die Europameisterschaft der Berufe (Euro­Skills) findet seit 2008 alle zwei Jahre in einer wechselnden europäischen Me­tropole statt. In über 30 Gewerken (den sogenannten Skills Competitions) treten Kandidatinnen und Kandidaten aus gut 25 europäischen Nationen gegeneinander an. Deutschland ist regelmäßig mit über 20 Teilnehmenden vertreten, darunter etwa ein Dutzend junge Handwerkerinnen und Handwerker. Im Jahr 2027 finden die EuroSkills als gemeinsame Veranstaltung in Düsseldorf und in Luxemburg statt.


WorldSkills

Die Weltmeisterschaft der Berufe (World­Skills) findet ebenfalls alle zwei Jahre (jeweils versetzt zu den EuroSkills) in anderem Land statt. In über 40 Gewerken treten Kandidatinnen und Kandidaten aus gut 70 Nationen gegeneinander an. Deutschland ist regelmäßig mit über 30 Teilnehmenden vertreten, davon etwa zur Hälfte aus dem Handwerk. Die deutsche Nationalmannschaft wird von WorldSkills Germany betreut. Die 48. WorldSkills werden 2026 in Shanghai (China) ausgetragen.

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