Klimatisierung ohne Außenaufstellung im Bestand

Panasonic Malaysia zu Gast im Amt Sandesneben-Nusse

Im Rahmen einer Besichtigung durch eine Delegation von Panasonic Malaysia wurde am 18. Februar 2026 ein anspruchsvolles Klimatisierungsprojekt im Amt Sandesneben-Nusse vorgestellt. Im Fokus standen die technische Realisierung von Sonderaufstellungen in Bestandsgebäuden sowie die Auslegung der Kühlsysteme für kritische IT-Infrastrukturen unter extremen klimatischen Bedingungen.

Thermodynamische Herausforderungen und innenliegende ­Geräteplatzierung

Eine zentrale Besonderheit des Verwaltungsgebäudes war das Verbot einer klassischen Außenaufstellung der Verflüssigungssätze durch bauliche Vorschriften und architektonische Vorgaben. Die Lösung wurde durch eine gebäudeintegrierte Aufstellung direkt unter dem Dach realisiert. Um die Betriebssicherheit auch bei sommerlichen Hitzestaus im Dachraum zu gewährleisten, wurden die Außengeräte direkt an Lüftungskanäle angebunden. Die Zuluftversorgung erfolgt über vier spezialisierte Lüftungsgitter im Schrägdach. Trotz der erschwerten Bedingungen im Dachgeschoss arbeitet das System auch bei extremen Sommertemperaturen sowie in den im Norden kalten Wintern - vor allem in diesem Jahr - störungsfrei.

In der Amtsarena wurde für den dortigen EDV-Knotenpunkt ein ebenso pragmatischer Ansatz gewählt: Das Außengerät wurde oberhalb des Serverraums direkt innerhalb der Sporthalle montiert. Um das Gerät vor mechanischen Beschädigungen durch Balleinwirkungen während des Sportunterrichts zu schützen, wurde eine spezielle Netzkonstruktion um die Einheit installiert.

Systemkonfiguration und IT-Spezialisierung

Für die thermisch sensiblen Serverräume wurden dedizierte EDV-Klimasysteme der Panasonic YKEA-Serie gewählt, die für den 24-Stunden-Dauerlauf unter hoher Belastung konzipiert sind:

Serverraum Amt: Zwei redundante Systeme (2 x CS/CU-Z71 YKEA) mit einem SEER von 6,50 (A++). Die Redundanzschaltung sichert nicht nur den Backup-Fall, sondern sorgt durch wechselseitigen Betrieb für eine gleichmäßige Beanspruchung der Komponenten. Bei Lastspitzen ermöglicht die Zuschaltung des zweiten Geräts eine kurzfristige Erhöhung der Gesamtkühlleistung.

Serverraum Sporthalle: Ein System CU/CS-Z50 YKEA, das mit einem SEER von 8,60 (A+++) höchste Effizienzwerte erreicht.

Maßgeblich für die hohe Ausfallsicherheit ist die Robustheit der YKEA-Serie, die selbst bei Außentemperaturen von -25 °C einen stabilen Kühlbetrieb gewährleistet – ideal für die Anforderungen im norddeutschen Winter.

Ganzheitliche Klimatisierung und Katastrophenschutz

Der Tagungsraum, der als behördliche Anlaufstelle fungiert, wird über ein PACi Elite System (U-71PZH4E5) mit zwei flachen Deckenkassetten (S-36PY3E) versorgt. Diese integrieren sich durch ihr dezentes Design optimal in die Raumoptik. Technische Eckpunkte der Anlage:

Heizsicherheit: Zuverlässiger Heizbetrieb bis zu Außentemperaturen von -20 °C.

Raumluftqualität: Die integrierte „nanoe X“-Technologie der Kassetten sorgt gerade bei hoher Personenanzahl im Tagungsraum für eine aktive Reinigung der Raumluft und inaktiviert effektiv Schadstoffe sowie Gerüche.

Krisenvorsorge: Die Konfiguration erlaubt den autarken Betrieb über ein externes Notstromaggregat.

Präzision bis zur letzten ­Rohrleitung

Die Realisierung durch die Pruter-Kältetechnik GmbH aus Sandesneben erfolgte unter strikter Einhaltung der Brandschutzvorgaben für Funktionserhalt und Wanddurchführungen im Bestand. Besonders hervorzuheben ist die präzise Verlegung der kältetechnischen Rohrleitungen, die trotz der verwinkelten Gebäudestruktur verlustarm dimensioniert wurden.

Die internationale Delegation sowie die Vertreter der Amtsverwaltung zeigten sich beeindruckt von der hohen Fertigungstiefe und der technischen Robustheit der Gesamtanlage – die Anlagen sind bereits seit mehreren Jahren störungsfrei im Einsatz. Das Projekt belegt eindrucksvoll, dass durch die Kombination aus spezialisierter Planung und handwerklicher Präzision Standards mit höchster Ausfallsicherheit realisiert werden können – selbst wenn anspruchsvolle ­Bauvorgaben kreative Installationswege erfordern.

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