Erstklassige Lebensmittelhygiene für Krankenhäuser

Kondenswassertröpfchen in jedem Fall vermeiden

Es versteht sich von selbst, dass Krankenhäuser und Pflegeheime ihren ­Patienten eine hochwertige und ausgewogene Ernährung bieten möchten. Doch gleichzeitig ist es notwendig, dass sie den ihnen zur Verfügung stehenden Raum bestmöglich nutzen. Eine Auslagerung von bestimmten Aktivitäten, wie die Zubereitung von Mahlzeiten, bietet sich daher an. In Deutschland beliefert das Unternehmen ProServ Einrichtungen des Gesundheitswesens und nutzt dabei hochmoderne Technologien zur Rationalisierung seines gesamten Betriebs. Auf seinem „ProServ Campus“ in Pulheim, vor den Toren Kölns, werden jeden Tag bis zu 6.000 Mahlzeiten zubereitet. Zudem werden chirurgische Instrumente für die Wiederverwendung in den Operationssälen von Krankenhäusern sterilisiert.

Das Unternehmen nutzt ein OSR Shuttle-System mit Robotertechnik auf dem neuesten Stand der Technik, das vom Automatisierungsspezialisten Knapp entwickelt wurde. Das System kommissioniert Artikel und befördert sie, sortiert Bestellungen für die Auslieferung und füllt Vorräte automatisch wieder auf. Seit 2012 ist es im pharmazeutischen und medizinischen Bereich im Einsatz und wird seit der Eröffnung eines neuen Gebäudes mit Zentralküche und zentraler Sterilisierung, auch für die Lagerung und Sortierung von Mahlzeiten, Vorräten und sterilisierten Instrumenten eingesetzt.

Im Cateringbereich werden die benötigten Zutaten, über ein Transportband, zum Arbeitsplatz einer Köchin oder eines Kochs befördert. Nach Zubereitung der Gerichte, gelangen diese auf dem Förderband zurück in die Kühlung und Lagerung. Dort können sie bei Bedarf jederzeit abgerufen werden, um die Mahlzeiten auf Tabletts zusammenzustellen. Diese werden nach einer exakten Reihenfolge verpackt und gelagert, bis sie schließlich ausgeliefert werden.

Laut Udo Berger, Leiter des Qualitäts- und Projektmanagements bei ProServ ist das OSR Shuttle-System ebenso effizient wie ökonomisch: „Wir können die Prozesse schlank halten und auf diese Weise Kosten reduzieren“, erklärt er. „In unserem ersten Lager müssen wir nicht mehr rund um die Uhr arbeiten und konnten die Zahl unserer Mitarbeitenden innerhalb kürzester Zeit deutlich senken. Die neue Technologie hat sich sehr schnell bezahlt gemacht und wir hoffen auf denselben Effekt für unser neues Gebäude, in dem wir diese Technologie erstmalig mit Kühlsystemen kombinieren.“

Doch wie Güntner Geschäftsführer Michael Freiherr erklärt, stellte die Einführung eines Kühlsystems das Unternehmen vor einige Herausforderungen: „Es gibt nicht viel Platz für die Kühltechnik und dort arbeitet ein sehr teurer Roboter. Man möchte also nicht, dass auch nur geringste Wassertröpfchen auf ihn oder auf die Lebensmittel fallen können“, so Freiherr: „Normalerweise kann dies passieren, wenn die Kühltechnik nicht richtig eingerichtet wird. Alles dreht sich also darum, das Kondensat abzuführen.“ Kondensierte Feuchtigkeit wird gewöhnlich über Leitungen an der Decke beseitigt, doch die Rohre selbst können ebenfalls Feuchtigkeit anziehen. Mit Hilfe einer Isolierung kann dies zwar gelöst werden, doch gleichzeitig können sich am Isoliermaterial Bakterien ansammeln.

Der Kälteanlagen-Installateur Sachsen-Kälte wandte sich mit dieser Herausforderung an Güntner, woraufhin die Unternehmen gemeinsam eine Lösung erarbeiteten. Die Antwort bestand in der Entwicklung eines neuen Produkts, des Güntner Luftkühlers „Dual COMPACT“, der die Option einer integrierten Kondenswasserpumpe bietet, wodurch keine Leitungen mehr im Raum benötigt werden. „Das Gerät kann außerdem für die Reinigung und Inspektion geöffnet werden. Das ist sehr wichtig, da die Verarbeitungsräume regelmäßig gereinigt werden“, ergänzt Freiherr.

Eine weitere Herausforderung, die es zu überwinden galt, bestand darin, eine gleichbleibende Raumtemperatur im Bereich der Lebensmittellagerung und Abrufung, sicher­zustellen. „Der Gang, in dem der Shuttle arbeitet, ist sehr lang und schmal, doch gleichzeitig auch sehr hoch“, so Freiherr. „Die Luft muss zirkulieren können, damit die Temperatur überall im Raum konstant bleibt. So wird sichergestellt, dass die Lebensmittel durchgängig gekühlt bleiben und sich keine warmen Stellen bilden.“

Die Antwort hierfür lag in der Anpassung eines serienmäßigen „Cubic VARIO“ Luftkühlers. Mit Hilfe der Integration von Güntner Streamern kann der Luftstrom vom Ventilator in Richtung Wand gelenkt werden. „Die Luft strömt anschließend nach unten und man erhält eine deutlich bessere Verteilung der Kälte“, erklärt Freiherr. 

Heute gehört der „Dual COMPACT“ Luftkühler zum Standard-Portfolio von Güntner, doch – wie Freiherr verdeutlicht – wurde dies nur möglich, da man auf die Wünsche des Kunden eingegangen ist und mit einem passenden Partner, so etwas Neues erschaffen hat.

„Normalerweise entwickeln Unternehmen einfach ein Produkt. Anschließend fertigen sie es und verkaufen das, was sie entwickelt haben – fertigen und verkaufen“, hebt ­Freiherr hervor. „Doch in diesem Fall entschloss sich unser Kunde, seine Anforderungen klar und deutlich zu formulieren und sich an uns zu wenden. Dadurch gelang uns gemeinsam die erfolgreiche Umsetzung des Projekts.“

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