CO2 und Propan in der Überbetrieblichen Ausbildung

Interview mit BBA-Mitglied Bodo Ahlers und Lehrgangsleiter Malte Snater

Der richtige Umgang mit CO2 und Propan wird vor dem Hintergrund der F-Gas-Verordnung immer wichtiger und die nötige Sachkenntnis sollte bereits in der Ausbildung vermittelt werden. Seit August 2018 können nun auch Auszubildende im Innungsbezirk Bremen-Oldenburg in der Bildungsstätte des Handwerks in Bad Zwischenahn im Umgang mit natürlichen Kältemitteln geschult werden. Die KKA-Redaktion hat bei Bodo Ahlers, Mitglied des BIV-Berufsbildungsausschusses für die Innung Bremen-Oldenburg, und Malte Snater, Lehrgangsleiter der Bildungsstätte, nachgehakt, wie und mit welchen Lehrinhalten der sogenannte KK5-Lehrgang ins Leben gerufen wurde.

KKA: Ein neues Schulungskonzept für natürliche Kältemittel schüttelt man ja nicht so einfach aus dem Ärmel. Wie sind Sie vorgegangen?

Ahlers: Anfang 2018 hat sich eine Gruppe von Ausbildern zusammengesetzt, um ein Konzept für die Übungsanlagen zu erstellen. Bei der Erarbeitung wirkten Geschäftsführer Holger Ukena, Obermeister Volker Girschner, Lehrgangsleiter Malte Snater, Reiner Trosiener und Heinrich Friesen sowie ich als ÜBL-Leiter mit. Durch Herrn Snaters Kontakte zur Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik Maintal konnte ein bestehendes Anlagenkonzept übernommen und auf die örtlichen Gegebenheiten in der Bildungsstätte in Bad Zwischenahn angepasst werden.

KKA: Wie sieht das Anlagenkonzept konkret aus?

Ahlers: Es wurde eine für das Handwerk relevante Tiefkühlanlage konzipiert. Dabei wurde eine Kaskade mit CO2 in der Tieftemperaturstufe und mit Propan (R290) in der Hochtemperaturstufe erstellt. Die Tiefkühlseite hat eine Kälteleistung von ca. 2 kW (bei t0 = -28 °C / tc = -5 °C). Solche Kälteanlagen sind zurzeit in der Gewerbekälte weit verbreitet und können vom Kälteanlagenbauer gebaut und betreut werden. Bei der Umsetzung wurde darauf geachtet, dass handelsübliche CO2- und Propan-Anlagenkomponenten verwendet werden und dass das Ganze aus Betreibersicht auch wirtschaftlich darstellbar ist.

KKA: Was wird im Rahmen des KK5-Lehrgangs vermittelt?

Snater: In dem einwöchigen KK5-Lehrgang wird zunächst die CO2-Seite verrohrt, zudem werden von den Auszubildenden eine Berstprobe und eine Dichtheitsprüfung nach dem Stand der Technik erarbeitet und durchgeführt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Sicherheits-, Funktionsprüfung und Inbetriebnahme gelegt. Der Kurs vermittelt Kenntnisse über die sicherheitsrelevanten Risiken und den Unterschied zwischen trans- und subkritischem Betrieb und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Planung und Aufstellung der Kälteanlagen.

Auf der vorverrohrten Hochtemperaturseite (Propan) wurde besonders auf die Dichtheitsprüfung und auf das Befüllen und Entsorgen geachtet. Um den sicheren Umgang mit Propan zu lernen, müssen die Azubis eine Reparaturmaßnahme mit Filterwechsel in die Tat umsetzen. Die während des Betriebes gemessenen Betriebsparameter werden zudem in einem log p,h-Diagramm übertragen und analysiert.

Das Thema Sicherheit steht ja bei Propan und CO2 besonders im Fokus, das gilt auch für unseren Lehrgang. Auf den Personenschutz wird daher sowohl in der Theorie als auch in der Praxis intensiv eingegangen. In den Schulungsraum wurden entsprechende Gas-Warngeräte sowie Ab- und Zuluftsysteme mit einer Notabschaltung installiert.

KKA: Und wie geht es in Bad Zwischenahn mit dem Thema weiter?

Ahlers: Nach Abschluss der erfolgreichen Lehrgänge 2018 möchte ich mich zunächst bei den Partnern aus der Industrie und der Bundesfachschule in Maintal für ihre Unterstützung und die Sachspenden bedanken. Dazu zählen die Firmen Bitzer, Danfoss, Walter Roller, Swep, Kriwan, IM GmbH – Abgasmess­technik und Christof Fischer.

Wir haben aber auch schon Pläne für die Zukunft, um die Ausbildung im Bereich Natürliche Kältemittel noch weiter zu optimieren. So wird für 2019 über die Anschaffung einer transkritischen Anlage nachgedacht, um auch diesen Bereich in der Lehrgangsausbildung mit abzudecken. 

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