Für jede Anwendung die richtige Kältemittel-Lösung

Hengel schließt R455A-Tests ab

Seit mehr als 35 Jahren spielt die Firma Hengel eine Schlüsselrolle in der Bäckerei- und Konditoreibranche. Die F&E-Abteilung spezialisiert und erneuert sich ständig, um den Bedürfnissen der Fachleute in diesem Sektor gerecht zu werden. Durch die F-Gas-Verordnung hat sich das Unternehmen intensiv mit dem Thema Kältemittel befasst und mehrere Lösungen gefunden.

Hengel ist ein anerkannter Spezialist für die Entwicklung von Premium-Kühlgeräten für das Einfrieren, die schnelle Kühlung, Konservie­rung (NK und TK) und kontrollierte Gärung für die Bäckerei- und Konditoreiindustrie. Das Unternehmen, das heute von Denis Bigot geleitet wird, konzentriert sich auf den Foodservice-Sektor im Handwerk, den Großhandelsvertrieb und auf die Indus­trie sowohl in Frankreich als auch im Ausland. Um seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, hat Hengel 2012 den „Blue Pulse®“-Ansatz eingeführt. Es geht darum, die Leistung seiner Produkte mit einer kon­s­tanten Forschung auf der Grundlage von Energieein­sparungen, nachhaltiger Entwicklung und Ökodesign zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern.

Hengel kontrolliert den gesamten Herstellungsprozess seiner Kühlgeräte: vom Entwurf bis zur Industrialisie­rung, einschließlich der Blechbearbeitung, der Einsprit­zung von Polyurethanschaum für die Isolierung des Gehäuses und des kältetechnischen Teils der Geräte. Um die Effizienz der Geräte zu verbessern, sind drei Daten entscheidend, wie Dr. Younes Matar, Direktor für Technik und Forschung und Entwicklung bei Hengel, betont: Temperatur, Hygrometrie und Luftstrom.

Um die Leistung einer Maschine zu erbringen, spielen auch die Kältemittel eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf die Effizienz und durch die Einführung der F-Gas-Verordnung: „Angesichts des eingeführten Quotenmechanismus mussten Entscheidungen über Übergangskältemittel getroffen werden, um R404A schnell zu ersetzen, was zu Problemen bei der Verfüg­barkeit und zu Preiserhöhungen führte. Im Bewusstsein dieser Auswirkungen begannen wir parallel an langfristigen Lösungen zu arbeiten, aber es war nicht einfach, denn wir sind das letzte Glied in der Kette und hängen stark von der Strategie der Kompo­nentenhersteller (Kompressoren, Expansionsventile, Verdampfer, ...) ab.

Im Tiefkühlbereich war es zum Beispiel schwierig, mit den auf dem Markt befindlichen Kältemitteln eine Verdampfungstemperatur von -42 °C zu erreichen. Heute fangen wir an, die Dinge klarer zu sehen, und wir können strategische Entscheidungen treffen und an der Einführung unserer künftigen Sortimente arbeiten“, betont Dr. Younes Matar.

Die Einführung neuer Technologien, wie CO2-, A2L- oder A3-klassifizierter Kältemittel, erfordert auch, dass die Firma Hengel die Konstruktion ihrer Maschinen überprüft, um die Gesetzgebung zu erfüllen, dass sie Tests durch­führt, um das Verhalten und die Leistung der neuen Kältemittel in ihren verschiedenen Anlagen zu ermitteln, und dass sie die Auswirkungen auf die Fertigungslinie unter­sucht. Hierfür sind spezielle Ressourcen erforderlich.
Für Supermarktanlagen und die Lebensmittelindustrie mit Systemen mittlerer und großer Kapazität ist CO2 ein wichtiges Entwicklungsgebiet für Hengel, um Schub­kammern und Gefriertunnel anzubieten, die leicht an das zentrale Kühlanlagennetz angeschlossen werden können. Diese Lösung ist jedoch begrenzt und kann nicht allen Bedürfnissen der Kunden gerecht werden. HFO und Glykolwasser sind ebenfalls Lösungen, die berücksichtigt und vorgeschlagen wurden.

„Bei kleineren Geräten, wie z.B. Plug-in-Einheiten, entsprechen A2L-Kältemittel besser unseren heutigen Erwartungen“, betont Dr. Younes Matar. Seit einem Jahr arbeitet Hengel an der „Solstice® L40X“-Lösung (R455A), vom Hersteller Honeywell hergestellt und von Climalife vertrieben.

Feldversuche wurden für NK-Konservierungskammern mit einer Leistung von 2 bis 4 kW durchgeführt, und die Ergebnisse sind sehr gut. Der Temperaturrückgang ist sehr schnell, und es wurden keine Umsetzungsprobleme festgestellt. Zusätzliche Tests werden derzeit an stecker­fertigen Integralsystemen durchgeführt.

Für Geräte, die mit halbhermetischen Verdichtern wesentlich höherer Leistung arbeiten, werden eben­falls Tests durchgeführt. Es ist notwendig, den Kälteteil als Ganzes zu berücksichtigen, einschließlich des Temperaturgleits insbesondere am Verdampfer. Was den TK-Bereich betrifft, so erleichtert die Verfügbarkeit von R455A-Expansionsventilen auf dem Markt die Arbeit. „Wir werden in der Lage sein, unsere Produktpalette zu vervollständigen und entsprechend anzupassen, um z.B. auf eine Verdampfungstemperatur von -42 °C für Bi-Temperatur-Einheiten von -35/-20 °C heruntergehen zu können“, schließt Dr. Younes Matar. (Quelle des Beitrags: Climalife Contact #17)

Die Firma Hengel

1983 wurde die Firma Hengel gegründet, um ein Patent für eine „Brot- und Gebäckgefriermaschine“ zu nutzen. Der erste RS-Tiefkühlschrank wurde entwickelt, und in den folgenden Jahren wurden viele Patente angemeldet. Das Unternehmen befindet sich in Parigny in der Region Auvergne-Rhônes-Alpes mit einer Produktionsfläche von 3.500 m² und verzeichnet derzeit ein zweistelliges Wachstum, insbesondere durch die Entwicklung des Exports und die Übernahme der Firma Marrel Réfrigération im Jahr 2019. Hengel ist in mehreren Tätigkeitsbereichen tätig: Bäckerei, Konditorei, Hotel- und Gaststättengewerbe, Supermärkte, aber auch in anderen spezifischen Anwendungen wie Medizin oder Pharmazie und sobald es notwendig ist, Prozesslösungen zum Einfrieren, Kühlen oder Konservieren von Produkten in kontrollierter Atmosphäre zu implementieren.

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