Gasverbrauch senken mit Luft/Luft-Wärmepumpen

Interview mit dem Marketingleiter von Panasonic Heating & Cooling Solutions

Moderne Split-Klimasysteme leisten heutzutage viel mehr, als nur die Raumluft herunterzukühlen. Vor dem Hintergrund immens steigender Gas- und Ölpreise gewinnt vor allem eine Funktion zunehmend an Bedeutung: Split-Klimasysteme können nicht nur kühlen, sondern auch äußerst sparsam heizen! ­Clemens Petzold, verantwortlich für Marketing und Produktmanagement beim Klima- und Wärmepumpenspezialisten Panasonic für Deutschland, Österreich und die Schweiz, beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.

KKA: Warum ist diese Technik für Hausbesitzer die momentan mit Öl oder Gas heizen so interessant?

Petzold: Im Vergleich zu Luft/Wasser-Wärmepumpen sind diese Geräte deutlich kostengünstiger. Auch sind die Installation und Planung mit deutlich weniger Aufwand verbunden, insbesondere wenn nur einzelne Räume beheizt werden sollen. Ein weiterer Punkt ist die schnelle Verfügbarkeit. Bei Luft/Wasser-Wärmepumpen, die komplette Heizungen ersetzen können, haben viele Anbieter aufgrund der großen Nachfrage und verschiedenen Lieferengpässen auf den Weltmärkten dagegen häufig lange Lieferzeiten.

KKA: Warum werden Split-Klimasysteme vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert?

Petzold: Bei Split-Klimasystemen handelt es sich um vollwertige Luft/Luft-Wärmepumpen, die einen Großteil der benötigten Energie aus der Umgebungsluft gewinnen. Sie gelten somit als Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Die Etherea Klimasysteme von Panasonic beispielsweise erzeugen so aus 1 kW eingesetztem Strom ca. das 4 bis 5-fache an Heizenergie. Deshalb bezuschusst das BAFA den Einbau einer Luft/Luft-Wärmepumpe bzw. eines Split-­Klimagerätes aktuell mit bis zu 25 Prozent im Rahmen der Förderung erneuerbarer Energien für Heizungen.

KKA: Ok, Klimageräte sind kostengünstig, schnell eingebaut und werden zudem noch gefördert. Aber wie schlägt sich die Geräte-Gattung im täglichen Betrieb?

Petzold: Luft/Luft-Wärmepumpen liefern auf Knopfdruck schnell und flexibel Wärme. Die Steuerung einer solchen Zusatzheizung ist dabei extrem einfach. Panasonic-Geräte können z.B. über eine App oder mit der mitgelieferten Fernbedienung jederzeit eingeschaltet und einfach gesteuert werden. Intelligente Funktionen passen die Heizleistung an den Bedarf an. Es wird also nie unangenehm warm oder kalt.

KKA: Worauf sollte man achten, wenn man mit Split-Klimaanlagen bzw. Luft/Luft-Wärmepumpen möglichst effizient heizen möchte?

Petzold: Für regelmäßig genutzte Räume empfiehlt es sich das Gerät dauerhaft im Heizmodus eingeschaltet zu lassen. So wird die Wärme mit dem geringsten Energieeinsatz aufrechterhalten. In selten genutzten Räumen kann das Gerät jederzeit bei Bedarf eingeschaltet werden, denn Luft/Luft-Wärmepumpen stellen die Wärme extrem schnell zur Verfügung. Ein effizienter Betrieb ist je nach Gerät bis etwa -5°C um den Gefrierpunkt möglich. Das Gerät kann bis zur Grenze des technischen Einsatzbereiches weiterbetrieben werden, die Effizienz nimmt dann jedoch ab.

KKA: Und wie helfen die Geräte dem Kunden Energie und Kosten einzusparen?

Petzold: Gerade in der Übergangszeit sorgen diese Geräte sehr sparsam für Wärme, da die Außentemperaturen noch relativ hoch sind und diese Wärmeenergie effizient genutzt wird. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre betrug die Außentemperatur im Frühjahr und im Herbst in Deutschland immerhin über 9°C.

KKA: Wer sollte Ihrer Meinung nach jetzt darüber nachdenken, sich eine Luft/Luft-Wärmepumpe bzw. Split-Klimaanlage zur Heizungsunterstützung anzuschaffen?

Petzold: Im Prinzip kann jedes Haus davon profitieren. Moderne, gut gedämmte Häuser lassen sich sehr leicht damit heizen. Aber auch Wohnhäuser, die schon etwas in die Jahre gekommen sind und momentan mit Öl- oder Gas beheizt werden, können dank der Heizungsunterstützung durch eine Luft/Luft-Wärmepumpe Geld und fossile Brennstoffe einsparen.

KKA: Das klingt gut. Aber wieviel Gas kann mit modernen Split-Klimaanlagen letztendlich wirklich eingespart werden?

Petzold: Nimmt man zum Beispiel ein Einfamilienhaus mit einer Standard-Klimaanlage von 3,5 kW Leistung, hätte man ein Einsparungspotential von bis zu 9000 kwh Gas pro Jahr. Je nach Energiebedarf des Objektes könnten dadurch rund 40% des Gasbedarfs jährlich kompensiert werden. Dank der hohen Effizienz dieser Systeme, speziell in den Übergangszeiten, sind so bei den aktuellen Gas- und Strompreisen, erhebliche Kosteneinsparungen möglich.

KKA: Was würde es für den Gasverbrauch in Deutschland bedeuten, wenn man die bereits installierten Klimaanlagen zur Heizungsunterstützung nutzen würde?

Petzold: Eine erste Abschätzung des Fachverband Gebäude-Klima e. V. hat ergeben, dass die bereits installierten Luft/Luft-Wärmepumpen bzw. Split-Klimasysteme eine Heizleistung von rund 18 Gigawatt zur Verfügung stellen können. Würde diese Kapazität zur Heizungsunterstützung genutzt, ließen sich rund 2,75 Mrd. m3 Erdgas und gleichzeitig – aufgrund der energieeffizienten Betriebsweise der Wärmepumpen – rund 2,6 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Neben den finanziellen Vorteilen, die sich vor dem Hintergrund gestiegener Öl- und Gaspreise ergeben, tragen moderne Split-Klimasysteme, wie die Ethereas von Panasonic, somit auch zur Unabhängigkeit von Gasimporten bei.

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